Ausgabe up 11-2015

Gericht untersagt Physiotherapeuten die Ausübung der Osteopathie

vom: 02.10.2015

Gericht untersagt Physiotherapeuten die Ausübung der Osteopathie

Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat kürzlich einem Physiotherapeuten jegliche Werbung mit Osteopathie sowie deren Anwendung untersagt. Nach Auffassung der Richter dürfen Physiotherapeuten gemäß Heilpraktiker-Gesetz (HeilprG) die Osteopathie nicht ausüben.

Gerichtshammer
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Die Osteopathie dürfe nur mit Heilpraktiker-Erlaubnis oder von approbierten Ärzten angeboten und durchgeführt werden. Die Richter betonen, dass „die Ausführung osteopathischer Behandlungsmethoden medizinische Fachkenntnisse voraussetzt und eine unsachgemäße Ausübung geeignet ist, gesundheitliche Schäden zu verursachen“. Die Osteopathie sei aber nicht Bestandteil des Ausbildungs- und Prüfungscurriculums für Physiotherapeuten, heißt es weiter.

Auch der Hinweis, dass eine Mitarbeiterin des beklagten Physiotherapeuten eine Osteopathie-Ausbildung der Bundesarbeitsgemeinschaft Osteopathie (BAO) vorweisen kann, sei ohne Belang. „Eine derartige Ausbildung könnte allenfalls die Voraussetzung für die Erteilung einer Erlaubnis sein, würde diese jedoch in keinem Fall ersetzen.“

Eine Revision wurde vom OLG mit der Begründung nicht zugelassen, es handele sich um eine „reine Einzelfallentscheidung“.

Mehr unter http://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/duesseldorf/j2015/I_20_U_236_13_Urteil_20150908.html

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  • Ich möchte hier mich nicht über Sinn und Zweck der HP Prüfung auslassen, sondern einfach nur zum Nachdenken anregen. Ich selber habe die Osteopathieausbildung absolviert und nach 7 Jahren mit einem MSc. Ost. erfolgreich abgeschlossen. Das bedeutet, ich habe gelernt mich wissenschaftlich mit der Osteopathie zu beschäftigen. Das heißt auch Osteopathie kritisch zu sehen und zu wissen, wann schicke ich den Patienten weiter! Wir haben das gelernt!
    Mit der Qualifikation des HP’s hört das rechtliche Gerangel ja nicht auf! Ein/e PhysiothrapeutIn muss in der eigenen Praxis die HP-Tätigkeit strikt von der PT-Tätigkeit trennen. Passiert das nicht, so kann es zum Verlust der Kassenzulassung führen! Wir drehen uns da also im Kreis!
    Mit viel Mühe ist seinerzeit der Bologna Prozess auf den Weg gebracht worden und jetzt soll ein Gesetz von 1939 sich dem in den Weg stellen? Das gilt nicht nur für die Osteopathie, sondern auch für die Physiotherapie!
    Meines Wissens gab es damals noch kein Studium der Physiotherapie, Manuellen Medizin oder Osteopathie mit den Abschlüssen BSc. oder MSc.. Hier besteht von Seiten der Politik Nachbesserungsbedarf! Für diese gut ausgebildeten Therapeuten muss Rechtssicherheit geschaffen werden, ich werde dafür kämpfen und ich hoffe, Ihr auch!

  • Hallo Zusammen, also ich selbst habe die HP Ausbildung nach meiner Therapeute Ausbildung gemacht, es ist aber auch Möglich das während der Osteopathi Ausbildung via Fernstudium zu machen. Ich bin auch wenn das die Kollegen Physios nicht gern hören sogar froh das es zu solch einem Urteil gekommen ist. Den Osteopathi ist Heilkunde!!!! Heilkunde heißt auch das man Verantwortung dafür übernimmt was man tut wie eine Hebamme im Kreissaal wenn was schief geht. Das kann man nur dann tun wenn man auch bereit ist die Verantwortung für sein handeln zu übernehmen und auch weiß das Schmerzen am Bewegungsapppaerat auch von karzinogenem oder hormonellen System ausgehen können. das ist was viele eben nicht ber+ücksichtigen und beim Gesundheitsamt überprüft wird. Osteopathie ist Heilkunde und die dürfen in Deutschland nur Ärtze und HP ausüben da diese beiden eine Diagnose stellen dürfen. das heißt auch Sie übernehmen die Verantwortung wenn die Diagnose falsch war.Hier mal das Gesetz dazu:

    (1) Wer die Heilkunde, ohne als Arzt bestallt zu sein, ausüben will, bedarf dazu der Erlaubnis.
    (2) Ausübung der Heilkunde im Sinne dieses Gesetzes ist jede berufs- oder gewerbsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen, auch wenn sie im Dienste von anderen ausgeübt wird.
    (3) Wer die Heilkunde bisher berufsmäßig ausgeübt hat und weiterhin ausüben will, erhält die Erlaubnis nach Maßgabe der Durchführungsbestimmungen; er führt die Berufsbezeichnung “Heilpraktiker”
    Osteopathie wirkt definitiv.Und da Ihr ja schon die ganze Zeit Heilkunde betrieben habt solltet IIhr auch verantwortungsbewusst genug sein euch dafür die Erlaubnis in Deutschland zu holen . sonst seid Ihr und vor allem eure Patienten weder versichert noch arbeitet Ihr seriös da Ihr euch in Grauzonen bewegt.

  • Hallo ! Ich wünsche mir, dass manche Richter nicht nur auf die Auslegung des Gesetzes schauen würden, sondern sich richtig und gut informieren würden. Wird so ein Urteil wie dieses gefällt, bekomme ich das Gefühl, dass der Richter seinem Amt nicht genüge tut. Er hat die Pflicht sich zu informieren – Erkundigungen einzuziehen, auch von der Gegenseite.
    Und wie wäre es, wenn Sie Herr Richter mal im Bekanntenkreis herumhören würden. Wo gehen die Leutchen hin, wenn die Schulmedizin mit ihren chemischen Keulen nicht mehr weiter weiß?? Bestimmt nicht zu einem Heilpraktiker, denn denen sind im Ernstfall “die Hände gebunden” bzw. haben sie kein Wissen, aber ein Osteopath, in englischsprachigen Bereich heißt er Physiatrist. Seine Ausbildung umfasst ein sehr grosses Spektrum. Von Anatomie über Fysiologie,Biomechanik bis zur Pathologie (kann sein, dass ich etwas ausgelassen habe ;)) geht es über bis hin einen Menschen stets als Ganzes zu sehen. Ich habe Achtung vor den Osteopathen und ihrem Kampf um Anerkennung, weil ich behandelt worden bin von einem dänischen Arzt, der sich weitergebildet hat im amerikanischen Sinne, der orthop.Osteopathie. Sie wurde im 18 Jhr.”entdeckt”. Er sagte mir des Öfteren, dass er die Deutschen nicht verstehen kann, dass man so ein Gewese (O.ton) macht. In Dänemark muss man K E I N Mediziner oder Heilpraktiker sein, um das Osteopaten-Diplom zu bekommen.In Kopenhagen gibt es eine Universität.
    Wäre sehr schön, wenn jemand aus meinen Informationen einen Nutzen ziehen kann. Informiert Euch einfach weiter, wie unsere Nachbarstaaten mit der Sache umgehen und kämpft weiter !!!!
    Ich bin nicht der Einzige, der weiß was ihr könnt und bewirkt.
    Ich kann wieder laufen und kann mein Leben leben und lieben !!!

  • Hallo,
    Noch befinde ich mich im letzten Jahr meiner Physioausbildung, Plan war, im Anschluss Lymphdrainage und anschließend Osteopathie. Wenn ich nun noch den Heilpraktiker davorpacken soll, bin ich bei 7 Jahren und bin dann 57 Jahre, nun stellt sich mir die Frage, ob mein Plan sich dann noch finanziell amortisiert.
    Ganzheitlichkeit gepaart mit großem Wissensdurst werden da schon im Vorfeld ausgebremst.
    Für den Berufsstand muss etwas getan werden, wer wenn nicht wir, die Dachverbände sind scheinbar keine große Unterstützung.
    Würde mich gern an dieser Aufgabe beteiligen

  • Das geht alles überhaupt nicht, ‘Einzelfallentscheidung’ … Sie gehen 1000-den an die Existenz!!!
    Es sollten sich sämtliche Physio’s die es betrifft stark machen, Patienten aufklären, die sollten bei ihren K-Kassen Alarm schlagen, und es sollte öffentlich gemacht werden, meine z.Bsp.: Stern tv oder ähnliches, ein paar Betroffene Physio’s auf Sendung – ich wär dabei…. das kann doch alles nicht sein…

  • Ist ja super! Bin gespannt, wie die Schulen jetzt sicherstellen, dass die Osteopathie-Studenten sämtlicher Jahrgänge sich jetzt nicht strafbar machen. Wer von Ihnen nicht Arzt ist oder Heilpraktiker darf künftig nicht einen einzigen osteopathischen Griff mehr anwenden. Wehe doch, wenn dann mal was passiert: die Versicherungen frohlocken schon jetzt über jeden osteopathisch arbeitenden Physio, der darf munter weiter zahlen, wird aber im Ernstfall niemals einen Cent bekommen. Weil er das, was er tut, ja eigentlich niemals hätte tun dürfen.

  • Ach ja also mach ich nun den HP.
    Er interessiert mich nicht im geringsten,hat nix mit unserem Beruf zu tun aber bitte ich setz mich mit hunderten Hausfrauen in die Prüfung.Wenn die bestehen und ich nicht haben diese QUALIFIZIERTEN
    Menschen mehr zu sagen wie ein examinierter Physio der die 5jährige osteo Ausbildung mit Prüfung
    absolviert hat.
    Es ist wie es ist.

  • Und wieder einmal sind wir Physios der Buhmann. Ich wünsche diesem Richter der dieses Urteil gesprochen hat nix Böses ehrlich ABER möge er mal so richtig starke Rückenschmerzen haben und dann zu einem HP der allerdings osteopathie nicht erlernt hat aber diese Ausüben darf. Schaun wir mal welches Ergebnis da rauskommt.
    Wann rafft diese Gesellschaft das wir Physios unseren Beruf lieben und seit Jahren nur Steine in den Weg gelegt bekommen.
    Über unsere Verbände brauchen wir nicht weiter reden wir zahlen ja alle brav unsere Beiträge also warum was tun.
    PHYSIOS ES WIRD ZEIT AUFZUSTEHEN WEHRT EUCH!!!!!!

  • So und für was bitte haben wir jetzt so viel Geld, Zeit und Energie investiert? Was waren nochmals die Zugangsberufe? Physios HP und Ärzte? Kann doch nicht wahr sein jetzt da tausende physios die Ausbildung gemacht haben heißt es auf einmal Pech gehabt selber schuld. Ich verstehe das nicht. Was bitte müssen wir uns noch gefallen lassen?

  • Wie kann das eine Einzelfallentscheidung sein, wenn sich die Begründung auf etwas stützt, das alle Physiotherapeuten betrifft, die keinen Heilpraktiker gemacht haben?
    Ich kann mit allen “unsachmäßig” ausgeführten Methoden Schäden verursachen..
    Das kommt dabei raus, wenn Leute mit 0 Ahnung Entscheidungen treffen dürfen.

  • Mir drängt sich langsam die Frage auf: wieviel Geld und Nerven müssen wir Physios noch in die Hand nehmen um arbeiten zu dürfen. Ich überschreite bald den Stundensatz von € 100 um das alles gegenzufinanzieren. Aber wer hat dann in der normalen Bevölkerung noch das Geld mich zu bezahlen? Aber die Ausbildungskosten müssen irgendwann auch wieder reinkommen und anscheinend kommen die nächsten 15.000 € dazu. Mann, regt mich das auf.

  • Na sauber! Und wofür macht man dann eine osteopathische Fortbildung?! Um dann nachher angeklagt zu werden eine osteopathische Behandlung auf ärztliche Verordnung durchgeführt zu haben. Ich erinnere daran, dass es vorher erlaubt war eine Technik nach einer bestandenen/absolvierten Fortbildung anzuwenden, wenn es von einem Mediziner verordnet worden war. Heilpraktikern war lediglich das verordnungsungebundene Behandeln vorbehalten und nicht etwa die Osteopathie per se. Und was machen unsere etablierten Verbände? Sie raten ihren Mitgliedern keine osteopathischen Techniken mehr anzubieten. Toll dieser Einsatz für die Berufsgruppe!

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