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21.10.2006
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GEK Heil- und Hilfsmittelreport 2006 vorgestellt

Die Gmünder Ersatzkasse (GEK) hat am 20.9.2006 den Heil- und Hilfsmittelreport 2006 vorgestellt und für die Zukunft mehr Transparenz auf dem Markt der Heil- und Hilfsmittel eingefordert.

Wissenschaftler der Universität Bremen haben über eine Million Rezepte und Verordnungen der Gmünder Ersatzkasse (GEK) ausgewertet. Sie kommen zu dem Schluss, dass Unter-, Über- und Fehlversorgungen dringend abgebaut werden müssen und dass die Verteilung der Beitragsgelder nicht immer zielgerichtet eingesetzt wird.
Wie immer, wenn Heil- und Hilfsmittel relativ undifferenziert in einen Topf geworfen werden, muss man sehr genau nachlesen, was die Hauptkritikpunkte sind. Die Forderung der GEK nach besserer Preistransparenz gilt nämlich nur für Hilfsmittel, die keine Höchstpreisregelung haben und die mit Preisdifferenzen von über 100% selbst die erfahrenen Gutachter überraschten. Dass die Heilmittelpreise seit Jahren auf niedrigem Niveau stagnieren, wurde nicht explizit erwähnt.
Allerdings zeigt der Report sehr deutlich die Umsatzentwicklungen im Heilmittelbereich allgemein: Während die Ausgaben für Physiotherapie in vielen KV-Bereichen zurückgehen (zum Beispiel in Westfalen-Lippe, in Sachsen, im Saarland, in Bremen und in Bayern), steigen in allen KVen die Ausgaben für Logopädie oder Ergotherapie deutlich an. In vielen Regionen geht die größer werdende Zahl der Anbieter mit der Steigerung der Umsätze einher - das nennt einer der Autoren des Reports, Prof. Dr. Gerd Glaeske, “angebotsinduzierte Nachfrage”.
So fällt auch die Kritik an der Menge der ergotherapeutischen Leistungen, die vom Kostenvolumen vor der Logopädie kommen, harsch aus. “Die Verordnungsrealität [...] zeigt eine Nutzung der Ergotherapie zu 50% bei Kindern bis zu 10 Jahren und in dieser Altersgruppe vorzugsweise für Jungen”, so Glaeske. “Der Verdacht liegt nahe, dass es sich hierbei um ein Phänomen der “Medizinisierung” von eigentlich gesellschaftlich-pädagogischen Aufgaben handelt, wenn ein so großer Anteil von Kindern eine medizinisch-therapeutische Behandlung erfährt.”
Zu einem ähnlichen Schluss kommen die Gutachter auch bei logopädischer Therapie. Auffällig ist, dass Studien zitiert werden, die die Notwendigkeit von Logopädie in Frage stellen, und dass die Frage nach Effektivität, Evidenz und Effizienz von Heilmitteltherapie im Allgemeinen und von Logopädie im Besonderen mehrfach gestellt wird.

Fazit: Mehr Transparenz herzustellen bei dem, was Heilmitteltherapie zu leisten vermag, ist eine dringend notwendige Aufgabe, auch für niedergelassene Praxen. Es wird höchste Zeit, dass alle Heilmittelerbringer verstärkt Studien auf den Weg bringen, die die Relevanz von Heilmitteltherapie für die Patienten belegen.
Die Vorabveröffentlichung der Studie kann man auf der Seite der GEK herunterladen: Heil- und Hilfsmittelreport 2006 (Vorabdruck)
In der Newsletter-Print-Ausgabe am 18.10.2006 gibt es einen ausführlichen Bericht über den Report.


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