Sprachtherapie: Mängel im Verordnungsverhalten
Durch die Analyse der Daten der Schwäbisch-Gmünder-Ersatzkasse (GEK) im “Heil- und Hilfsmittelreport 2007″ hat der Gesundheitsforscher Gerd Glaeske als Co-Autor herausgefunden, dass Jungen drei- bis viermal so viel Logopädie verordnet bekommen wie Mädchen. Das berichtet die Zeitschrift Focus in ihrer Ausgabe vom 10. September 2007.
“Haarsträubend” findet Gerd Glaeske diese ungleiche Verteilung und bemängelt zusätzlich, dass Therapie bei Kindern zu spät einsetze. Mit durchschnittlich 7 Jahren kommen Kinder zum ersten Mal zum Logopäden, das sei deutlich zu spät.
Außerdem sei die sprachtherapeutische Versorgung von Schlaganfallpatienten mit 60-70% zu niedrig. Auch diese Daten können dem Heil- und Hilfsmittelreport entnommen werden und unterstützen die These, dass bei der Verordnung von Logopädie Mängel vorliegen. Leider werden die Ursachen dafür (nämlich die Angst der Ärzte vor Regressen) nicht genannt. Stattdessen darf der Präsident des Kinderärzteverbands behaupten, dass pädagogische Förderung in den Kindergärten oder der Schule oft genüge und Logopädie nicht notwendig sei.
In der nächsten Ausgabe kommt der ausführliche Bericht über den Heil- und Hilfsmittelreport 2007.

