Unterschriftensammlung zur Abschaffung von Richtgrößen gestartet
Die Initiative “Heilmittel für Hessen” startete im Januar in ganz Hessen eine Wartezimmerkampagne, mit der Patienten für Probleme bei der Verordnung von Heilmitteln sensibilisiert werden sollen. Die Initiative beginnt damit, Unterschriften für eine Abschaffung von Richtgrößenprüfungen für Heilmittel zu sammeln.Therapeuten sind nach Auskunft der Initiative herzlich willkommen, ebenfalls Unterschriftenlisten in ihren Praxen auszulegen.
Für den Vorsitzenden der Initiative “Heilmittel für Hessen”, Dr. med. Peter Eckert, stehen bei der nun gestarteten Wartezimmerkampagne verschiedene Aspekte im Vordergrund: »Zuallererst wollen wir unsere Kollegen in den Praxen unterstützen. Noch immer ist den meisten Patienten nicht bewusst, dass Ärzte gegebenenfalls mit ihrem Privatvermögen dafür haften, wenn sie ihren Patienten Heilmittel verschreiben. Auf diesen unhaltbaren Zustand wollen wir erneut aufmerksam machen und haben deshalb den inneren Konflikt des Arztes plakativ umgesetzt.«
»Natürlich wollen wir die Patienten damit auch stärker als bisher sensibilisieren. Informierte Patienten zeigen in der Regel mehr Verständnis für den verordnenden Arzt. Das Arzt-Patienten-Verhältnis nimmt so durch die kaum vermeidbaren Diskussionen hoffentlich möglichst wenig Schaden.«
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV-Hessen, Dr. med. Gerd W. Zimmermann, betont die politische Dimension der Kampagne: »Es ist offensichtlich, dass die Richtgrößenprüfungen für Heilmittel den Bedingungen in den Praxen nicht gerecht werden und als Prüfinstrument nicht tauglich sind. Im Gegenteil, sie kriminalisieren eine gesamte Berufsgruppe und sorgen für große Verunsicherung. Um diese unsinnigen Prüfungen abschaffen zu können, benötigen wir die Unterstützung der Patienten. Dann haben hoffentlich auch die verantwortlichen Politiker ein Einsehen.«
Für die Therapeuten in Hessen sollte es Ehrensache sein, die Unterschriftenliste auch ihren Patienten vorzulegen. Die ausgefüllten Listen bitte benachbarten Ärzten übergeben oder direkt an die KV Hessen schicken. Das Aktionsbündnis hat auf Nachfrage erklärt, dass es die Unterstützung der Therapeuten gern in Anspruch nimmt.
Service: Die Unterschriftenliste als Kopiervorlage kann auf den Seiten der KV Hessen oder bei der praxiswissen24-Hotline abgerufen werden.

