Weniger Heilmittel-Regressandrohung in Hessen
1.519 an die Verordner verschickte Heilmittel-Regressandrohungen lösten im Sommer 2007 einen empörten Aufschrei der hessischen Ärzteschaft aus. Dies scheint nicht ohne Folgen geblieben zu sein, denn in diesem Jahr wurden nur noch 260 entsprechende Schreiben verschickt.
Die Initiative “Heilmittel für Hessen” wertet das als einen weiteren Teilerfolg auf dem Weg zur Abschaffung von Richtgrößenprüfungen für Heilmittel: Der in der Öffentlichkeit erzeugte Druck und die Erfahrungen des Prüfverfahrens des vergangenen Jahres hätten nun zu einer gründlicheren Vorauswahl bei den unabhängigen Prüfungsstellen geführt, sodass sich in diesem Jahr wesentlich weniger Ärzte dem Vorwurf ausgesetzt sähen, unwirtschaftlich verordnet zu haben.
Auch die politische Unterstützung wächst: So hat nach Angaben der Initiative der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Michael Meister, seine Unterstützung für eine Gesetzesänderung zugesagt. Dies ist insofern von Bedeutung, als die gesetzlichen Vorgaben zur Richtgrößenprüfung Teil der Bundesgesetzgebung sind und nur dort geändert werden können.
Der Vorsitzende der Initiative “Heilmittel für Hessen”, Dr. med. Peter Eckert aus Hohenahr, fordert nun Taten statt Worte: “Die politische Unterstützung ist wichtig, doch sie muss sich nun bald auch in konkreten Schritten beweisen. Offensichtlich sieht die Politik jetzt ein, dass ein Verfahren, das nur deshalb unnötige Kosten verursacht, weil es diesen überflüssigen Richtgrößenparagrafen für Heilmittel gibt, auch wirtschaftlich unsinnig ist.”

