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09.10.2008
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Mehr Geld für vier KVen

Der Honorarstreit der niedergelassenen Ärzte ist beendet. Mit einer Korrektur an der Honorarreform erhalten die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Nordrhein einen höheren Zuschlag als bislang vorgesehen – allerdings zu Lasten ihrer Kollegen in anderen Regionen. Unter dem Strich gibt es bundesweit zwar rund 2,7 Milliarden Euro mehr – echte Zufriedenheit zeigten die niedergelassenen Ärzte aber nicht.

Die Korrekturen erfolgten, nachdem das prognostizierte Plus für die Ärzte in diesen vier Regionen zunächst recht mager ausfallen sollte. Für einen Zweijahreszeitraum war von einem Plus zwischen 1,5 Prozent (Baden-Württemberg) und 5,7 Prozent (Rheinland-Pfalz) die Rede. In anderen Regionen, besonders aber im Osten, war eine deutlich höhere Anhebung vorgesehen.
Besonders in Nordrhein und Schleswig-Holstein waren die Ärzte daraufhin auf die Barrikaden gegangen, hatten ihre Kassenärztliche Bundesvereinigung massiv kritisiert und Nachverhandlungen erwirkt. Sie fühlten sich nicht nur im Vergleich zu anderen Bundesländern als Verlierer, sondern sahen auch Schwierigkeiten in der Kommunikation mit ihren Patienten: Auf der einen Seite hätte ihnen die Anhebung, die kaum über der Inflation liege, nur wenig finanzielle Verbesserung gebracht, auf der anderen Seite hätten die Patienten angesichts der bundesweiten Anhebung kaum Verständnis für ihre Klagen gehabt.
Die Ärzte in Nordrhein und Schleswig-Holstein hatten es geschafft, die Landespolitik auf ihre Seite zu ziehen. Ihr Argument: Die Menschen in diesen Bundesländern müssten über den künftig bundeseinheitlichen Beitragssatz einen höheren Krankenkassenbeitrag zahlen, für die ambulante Behandlung stehe dort aber nicht mehr Geld zur Verfügung. In Schleswig-Holstein hatte dies sogar zu einer Landtagsdebatte geführt, in der die Politiker parteiübergreifend durchblicken ließen, dass sie kein Verständnis dafür aufbringen würden, wenn die Menschen im Norden mehr zahlen müssten, damit bayerische Ärzte mehr verdienten.
Im gemeinsamen Bewertungsausschuss einigten sich Ärzte und Kassenvertreter schließlich darauf, dass die Honorare in den vier Regionen auf 8,6 Prozent (Rheinland-Pfalz), 6,5 Prozent (6,5 Prozent), 6,3 Prozent (Schleswig-Holstein) und 2,5 Prozent (Baden-Württemberg) steigen werden. In den anderen Regionen fällt die Anhebung damit etwas geringer als bislang errechnet aus.
Die Reaktionen der Kassenärztlichen Vereinigungen fielen anschließend dennoch zurückhaltend aus. Die von Politik und KBV als großer Wurf verkaufte Honorarreform betrachten sie eher als notwendigen, aber nicht ausreichenden Ausgleich für Leistungen, die unter Budgetbedingungen nicht bezahlt wurden. Insgesamt dürfte die Unzufriedenheit der Ärzte mit der Anhebung ab 2009 aber etwas zurückgehen. Besonders in den neuen Bundesländern wird mehr Honorar fließen – die Angleichung an den Westen ist damit nahezu geschafft.

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