„Integrierte Versorgung“ bleibt interessante Option
Die „Integrierte Versorgung“ bleibt für Krankenkassen auch künftig eine interessante Option. So lautet das Fazit einer Fachtagung der Techniker Krankenkasse in Rostock-Warnemünde: Zwar werden viele Verträge nach dem Wegfall der Anschubfinanzierung auf den Prüfstand kommen, aber Therapeuten, die sich an innovativen Vereinbarungen beteiligen, haben gute Chancen auf eine Vertragsverlängerung. Voraussetzungen dafür sind eine verbesserte Versorgung, mehr Qualität für Patienten und eine wirtschaftliche Kooperation.
Auch wenn auf die integrierte Versorgung schwere Zeiten zukommen, so müssen Therapeuten nach Ansicht des Leiters der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern, Volker Möws, nicht damit rechnen, dass ihre Verträge gekündigt werden: „Unsere Integrationsverträge werden auch unter den Bedingungen des Gesundheitsfonds weiter funktionieren.“
Die Kassen bedauern zwar den Wegfall der Anschubfinanzierung, doch sie allein war ohnehin nicht Antriebsfeder für einen Vertragsabschluss. Dies zeigten die Zahlen von Andreas Meusch aus der TK-Hauptverwaltung. Danach komme die Kasse in keinem Bundesland mit dem Volumen der Anschubfinanzierung aus. Viel wichtiger sei es, dass die Verträge einen Mehrwert für die Patienten und eine qualitative Verbesserung der Versorgung erzielen, betonte Meusch.
Dennoch gelten ab 2009 andere Rahmenbedingungen für die Krankenkassen. Und diese werden nach Meuschs Einschätzung zu einer „rationaleren Vertragspolitik“ der Kassen führen. Mit anderen Worten: Die knappen Mittel werden noch zielgerichteter eingesetzt werden. Gute Karten haben also die Therapeuten, die sich an IV-Verträgen beteiligen, deren Nutzen sich auch nachweisen lässt. Bei Vertragsverlängerungen müssen sich Therapeuten darauf einstellen, dass eine begleitende Evaluierung eingeführt oder intensiviert wird.
Besonders geeignet erscheinen für die integrierte Versorgung Vereinbarungen aus den Bereichen Orthopädie/Endoprothetik (hier hat die TK derzeit bundesweit 49 Verträge), Kardiologie (41) und Schmerztherapie (38). Bundesweit waren im Sommer von allen Kassen 5.583 Verträge mit einem finanziellen Volumen von 784 Millionen Euro vereinbart. Zum Vergleich: Das ist mehr, als etwa für das ambulante Operieren in Deutschland ausgegeben wird. Möws Einschätzung für die Zukunft: „Es wird eine Delle geben, aber die Versorgungsform wird sich davon erholen.“

