News
30.01.2009
Ein Leser bewertete diesen Beitrag als interessant. Als interessant bewerten.
Beitrag versenden  |  Artikel drucken

Physiotherapeutin Dorothea Galuska im Portrait

Von der Therapeutin zur Klinikchefin

Was ein guter Arbeitgeber ist, muss Dorothea Galuska wissen. Schließlich hat ihr Unternehmen, die Kliniken Heiligenfeld in Bad Kissingen, 2007 das Prädikat  „Deutschlands bester Arbeitgeber im Gesundheitswesen“ erhalten. „Die Unternehmenskultur muss stimmen und lebendig sein“, sagt die 44-jährige, die Mitte der 80er Jahre eine Physiotherapie-Ausbildung in Göttingen absolvierte.

Seit 1990 hat Dorothea Galuska die Kliniken Heiligenfeld gemeinsam mit ihrem Mann aufgebaut. In den ersten Jahren der Klinikgruppe arbeitete sie noch als Physiotherapeutin, nach einer Zusatzausbildung als Bewegungs- und Körperpsychotherapeutin leitete sie ab 1995 alle Kreativtherapeutinnen der Klinik und war schließlich ab 2000 für die Personalentwicklung zuständig. 2008 hat sie ihren Berufswechsel endgültig vollzogen, gab alle therapeutische Verantwortung ab, führt jetzt das Personalmanagement und gehört der Klinikleitung an.

Im Jahr der Jahrtausendwende hatte Galuska begonnen, die Personalentwicklung der Klinikgruppe zu konzeptionieren. Betriebliches Gesundheitsmanagement ist seither ein Teil dieser Arbeit – und der Grund, warum die Klinikkette einen guten Ruf als Arbeitgeber genießt. Die Heiligenfeld-Kliniken setzen dabei die bewährten Instrumenten der Qualitätsentwicklung und der Gesundheitsförderung ein, aber grundlegend ist eine ganzheitliche Unternehmensphilosophie. Zentral ist es, sagt Dorothea Galuska, die „Seele des Unternehmens“ zu entwickeln und zu leben: „Wir pflegen Menschlichkeit, Vertrauen, Wertschätzung in unserem Arbeitsalltag.“ Die Kliniken Heiligenfeld haben dafür ein ganzes Repertoire an Instrumenten: Im Alltag werden kleine Gesten gepflegt – mit dem Gruß auf dem Gang oder dem Singen im Team wird ein achtsames Miteinander geübt. Arbeitstreffen beginnen zuweilen mit einem Moment der Stille. Übungen zur Körperwahrnehmung werden auch während der Sitzungen spontan umgesetzt. Oder zwischendurch erklingt ein Gong, der jeden anregen soll, sich kurz bewusst zu machen, wo er sich gerade befindet und mit was er sich im Augenblick beschäftigt.

Die Physiotherapie ist in Heiligenfeld eine der Säulen der betrieblichen Gesundheitsförderung. Die Therapeuten begutachten zum Beispiel die Ergonomie der Arbeitsplätze oder trainieren die Kollegen in Entspannungstechniken. Physiotherapeutische Dienstleistungen werden auch im Rahmen eines „Caring-Systems“ für die Beschäftigten angeboten, das Dorothea Galuska mit ihrem Team entwickelt hat. Die so genannten „Caring-Managerinnen“  kümmern sich darum, dass es den anderen Beschäftigten in der Klinikkette gut geht. Jeder der mehr als 450 Beschäftigten soll mindestens ein Mal im Monat einen Grund zur Freude haben – zum Beispiel über eine Blume, eine Badeessenz oder eine andere kleine Aufmerksamkeit, die am Arbeitsplatz für ihn bereit steht. Etwa alle sechs Wochen gibt es außerdem einen Caring-Gutschein von der Geschäftsleitung, der dann gegen eine Massage im Hause eingelöst werden kann.

Von der Physiotherapeutin zur Klinikchefin – was war für Dorothea Galuska der wichtigste Antrieb zu diesem Berufswechsel? „Für mich ist es das konsequente Lauschen auf die Bedürfnisse meiner Seele. Sie will sich weiterentwickeln, mehr Verantwortung übernehmen, mehr gestalten, eine eigene Synthese leben aus allem bisher gelebten.“ Galuska ist nicht nur Physiotherapeutin, nicht nur Klinikchefin – sie hat auch mehrere Meditationsseminare besucht und war unter anderem auch Schülerin von Ayya Khema, einer buddhistischen Nonne, die im Allgäu ein Meditationszentrum aufgebaut hat und 1997 verstorben ist. Dass die spirituelle Lebenshaltung nicht die Sicht auf die Realität versperren muss, zeigt sich in dem handfesten Rat, den Dorothea Galuska für ihre niedergelassenen Kollegen in den Physiotherapie parat hat: „Ich glaube, dass ein Therapeut, vor allem wenn er oder sie selbständig arbeitet, mehrperspektivisch denken muss, sich wirtschaftliche Basics, Managementgrundlagen und Wissen über Qualitätssicherung aneignen und Marketing lernen sollte. Er sollte eine schulenübergreifende Sichtweise einnehmen können, moderne EDV nutzen und Interesse an allen Weiterentwicklungen im Gesundheitswesen pflegen.“

Tags: , , ,

Schreiben Sie uns einen Kommentar

* = Pflichtangabe