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30.01.2009
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Gesundheitsreport des Finanzberaters MLP über Versorgungssituation

Bevölkerung klagt über Verschlechterung

Die Bevölkerung schätzt die Gesundheitsversorgung in Deutschland noch überwiegend als gut ein, beklagt aber zunehmend Defizite. Besonders Ärzte machen sich Sorgen um die künftige Versorgung, wie der dritte Gesundheitsreport des Finanzberaters MLP zeigt.

Für Therapeuten sind die Ergebnisse der vom Institut für Demoskopie Allensbach mit Unterstützung der Bundesärztekammer erstellten Umfrage interessant, weil sie eine veränderte Einstellung zur Leistungsfähigkeit und damit zur Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenkassen zeigt. Rund Zweidrittel der befragten 1800 Bundesbürger fürchten, dass es zu einer Zwei-Klassen-Medizin kommen wird. Von den 500 befragten Ärzten glauben 84 Prozent, dass es künftig schwieriger wird, alle medizinischen Leistungen zu verordnen. Sie fordern „grundlegende Reformen“, um das Gesundheitssystem auf den demografischen Wandel vorzubereiten.

Für Therapeuten könnte das bedeuten, dass trotz des steigenden Bedarfs die Zahl der von den Krankenkassen bezahlten Verordnungen möglicherweise abnimmt. Im Gegenzug könnte ein steigender Anteil an Selbstzahlern diesen Rückgang ausgleichen. Wie wichtig Konzepte für Selbstzahler sind, zeigt auch das zunehmend schwindende Vertrauen der Befragten in die Leistungsfähigkeit des derzeitigen Gesundheitssystems, bei dem die meisten noch auf Kostenübernahmen durch gesetzliche Kassen setzen. 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sich die Qualität der Gesundheitsversorgung in den vergangenen Jahren verschlechtert habe. Die Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems beurteilen 59 Prozent zwar noch als gut, dies sind aber fünf Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr und 23 Prozentpunkte weniger als 1994.

Nur 16 Prozent der Bevölkerung und 15 Prozent der Ärzte glauben, dass es der Politik längerfristig gelingt, eine gute Gesundheitsversorgung sicherzustellen. Professor Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer, sieht sich durch die Ergebnisse in seiner Einschätzung bestätigt, „dass die finanziellen und personellen Ressourcen nicht mehr ausreichen, um das derzeit noch hohe Niveau der Versorgung aufrechtzuerhalten“.

Weitere Ergebnisse des Reports:

  • 89 Prozent der privat Versicherten, aber nur 56 Prozent der gesetzlich Versicherten fühlen sich gut abgesichert
  • 44 Prozent der gesetzlich Versicherten haben Interesse an einer privaten Zusatzversicherung
  • Für Dreiviertel der Ärzte haben Privatpatienten eine hohe Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg ihrer Praxis. 47 Prozent von ihnen finden es in Ordnung, Privatpatienten bevorzugt zu behandeln.
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