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30.01.2009
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Neue Therapiemethode auf Erfolgskurs

Fortbildungen gehören zum Alltag von Therapeuten. Was passiert aber, wenn unter allen Seminaren nicht die richtige Therapiemethode entdeckt werden kann? Ganz einfach: Man entwickelt eine eigene. Physiotherapeutin und Heilpraktikerin Bettina Tamura ist diesen Weg gegangen und hat die „Funktionelle Muskeltherapie nach Tamura“ (FMT) für sich entdeckt, um besonders chronischen Schmerzpatienten zu helfen.

„Es ist gar nicht so einfach, die Effektivität einer neuen Therapiemethode mit Worten zu vermitteln“, erzählt Bettina Tamura. Der „Aha-Effekt“ komme in der Regel erst in der Praxis. Trotzdem hat es die Physiotherapeutin geschafft, Patienten und Therapeuten von ihrer „Funktionellen Muskeltherapie“ zu überzeugen. Seit 1999 hat sie ihre eigene Privatpraxis in Celle und Berlin. Dort behandelt sie ausschließlich Privatpatienten und Selbstzahler mit ihrer Therapie – auf Verordnungen sei sie nicht angewiesen. Dabei hat sich die 50jährige auf Schmerzpatienten spezialisiert: „Zu mir kommen Patienten, die schon einen langen Leidensweg hinter sich haben. Sie möchten in erster Linie ohne Schmerzen leben. Geld spielt da in der Regel eine zweitrangige Rolle.“

Patienten zu helfen und sie von ihren Schmerzen zu befreien, das war schon immer das Ziel von Bettina Tamura. Ihr ganzes Berufsleben war die Physiotherapeutin auf der Suche nach einem guten Behandlungskonzept. Nach ihrem Abschluss 1981 stürzte sie sich enthusiastisch in die große, weite Welt der physikalischen Therapie. Sie absolvierte alle Kurse in der Funktionellen Bewegungslehre und ließ sich zur Brügger Instructorin ausbilden. Nach einigen Jahren in der freien Praxis begann sie eine Lehrtätigkeit an der Physiotherapieschule in Lahr im Schwarzwald. „Ich habe während meiner Arbeit immer gemerkt, dass ich irgendwann an Grenzen stoße und nicht weiterkomme.“

Also begann sie selbst neue Wege zu beschreiten, schaute genau hin, fragte nach, probierte aus – und fand heraus: der Schlüssel vieler Schmerzprobleme liegt im Muskelsystem. „Das Muskelsystem ist ein Organ, das immer als ganzes betrachtet werden muss.“ Wenn also einem Patienten die Schulter weh tut, könne man sich nicht nur auf die schulterumgebende Muskulatur beschränken, sondern müsse das komplette Muskelsystem untersuchen. Zudem würden Schmerz und Ursache in den seltensten Fällen am gleichen Ort liegen. Fazit für Tamura: es gibt Störungen im Muskelsystem, die massive Schmerzen verursachen können. Diese sind aber weder auf einem Röntgenbild zu sehen, noch sonst bildlich darzustellen. „Man kann diese Störungen nur funktionell untersuchen. Dazu hat ein Orthopäde meist weder die Zeit noch das fachliche Können.“

Um ein professionelles Behandlungskonzept zu schaffen, systematisierte Tamura ihre Erkenntnisse und praktischen Erfahrungen. 2002 begann sie, andere Therapeuten in der FMT auszubilden. „Anfangs waren es gerade mal vier Teilnehmer und der zwei-Tages-Kurs kostete 95 Euro“ schmunzelt Tamura. Heute sind ihre Kurse voll belegt, finden in ganz Deutschland statt und kosten pro Wochenendkurs 140 Euro. Immer noch ein sehr günstiger Preis. Bettina Tamura ist noch längst nicht am Ende angelangt. 2009 wird es erstmals eine Abschlussprüfung geben. Therapeuten dürfen sich dann offiziell FMT Therapeut nennen. Außerdem arbeitet sie an einem Buch über FMT.

Therapeuten können die FMT als Selbstzahlerleistung in der Praxis anbieten und sich damit ein zusätzliches Standbein schaffen. „Eine Erstuntersuchung kostet bei mir 120 Euro für 90 Minuten. Jede weitere Behandlung kostet 45 Euro und dauert 45 Minuten“ erklärt Tamura. Damit die Teilnehmer der FMT Kurse immer aktuell über Neuigkeiten in der Therapie informiert sind, gibt die Physiotherapeutin zweimal im Jahr das „Minikomm“ raus. Ein kostenloser Newsletter mit therapeutischen Tipps und Tricks in der FMT, der auch anhand von Fallbeispielen Behandlungslösungen aufzeigt.

Bettina Tamura hat ihre Therapiemethode für sich gefunden. Ein langer Weg, der viel Engagement forderte. Aber es hat sich gelohnt. „Wenn meine Patienten schmerzfrei aus der Praxis gehen, ist das für mich der größte Erfolg.“

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