Auf Platz Eins der elterlichen Sorgen landet der Zappelphillipp
Viele Eltern haben Angst, dass ihr Kind ein Zappelphilipp wird. Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) landet laut einer Studie von DAK und Gruner & Jahr auf Platz Eins der gefürchteten Kinderkrankheiten.
Sorgen machen sich Eltern von Kindern unter sechs Jahren aber auch über Asthma, Diabetes, Neurodermitis und Adipositas. Dennoch beurteilen die Eltern sich selbst nicht als übervorsichtig, die bei jeder Kleinigkeit mit ihrem Sprössling zum Arzt rennen. Die Umfrage unter 1.008 repräsentativ ausgewählten Eltern ergab einen „gelassenen Pragmatismus“. 60 Prozent sagen von sich: „Mit vielen Wehwehchen und Krankheiten der Kinder werde ich selbst fertig.“ Besonders bei Eltern unter 30 Jahren ist diese Einstellung ausgeprägt. Im Geschlechtervergleich zeigt sich, dass Väter schneller ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen als Mütter. Bei Hausmitteln greifen Eltern meist auf Inhalieren (49 Prozent), Wickel und Kompressen (44 Prozent), Heilkost (38 Prozent), Bäder (37 Prozent) und Heiltees (34 Prozent) zurück. Schwitzkuren (sechs Prozent) und Wechselbäder (drei Prozent) sind selten. Nur neun Prozent der Eltern greifen auf gar keine Hausmittel zurück.
Gut ein Viertel der Kinder chronisch krank
Die Studie ergab auch, dass 28 Prozent der Eltern nach ihrer Meinung ein chronisch krankes Kind haben. 14 Prozent gaben Neurodermitis an, fünf Prozent Heuschnupfen, drei Prozent Asthma. Tendenz: Je größer der Wohnort des Kindes, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer chronischen Krankheit. In Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern sind nur 65 Prozent der Kinder beschwerdefrei, in Orten mit weniger als 50.000 Einwohnern dagegen 83 Prozent. Das gleiche Phänomen beobachteten die Studienautoren bei regelmäßigen akuten Beschwerden wie etwa Erkrankungen der Atemwege oder der Ohren.
Nord-Süd-Gefälle bei Furcht vor Krankheiten
Interessante Unterschiede gibt es bei der Furcht vor Krankheiten: Während im Süden 53 Prozent der Eltern Angst vor ADS hat, sind es im Norden nur 32 Prozent. Dabei fürchten sich Eltern mit Hauptschulabschluss zu 52 Prozent vor ADS, Eltern mit Hochschulabschluss nur zu 33 Prozent.  Â
Weitere Ergebnisse der Studie:
- Ein Prozent der Eltern sind aus Prinzip gegen das Impfen. 91 Prozent hat kein Problem mit dem Impfen, wenn dies ein Arzt empfiehlt. Acht Prozent halten Impfen „in Ausnahmefällen“ für vertretbar.
- Antibiotika sind für 41 Prozent unproblematisch, 58 Prozent der Eltern finden Antibiotika in Ausnahmefällen vertretbar. Für zwei Prozent kommt es grundsätzlich nicht in Frage.
- 45 Prozent der befragten Eltern lassen ihre Kinder manchmal homöopathisch behandeln, weitere 20 Prozent „wann immer es geht“. Das Vertrauen in alternative Heilmethoden liegt allerdings unter dem zur Schulmedizin. „Sehr großes Vertrauen in schulmedizinische Behandlungen haben 56 Prozent der Befragten, aber nur 24 Prozent zur Alternativmedizin. Mütter sind für alternative Heilmethoden aufgeschlossener als Väter.
- Je höher das Einkommen der Eltern, desto zufriedener sind sie mit dem Gesundheitssystem. Am meisten stören die unzufriedenen Eltern Zuzahlungen und „Zweiklassenmedizin“. Von den Krankenkassen erwarten sie die Kostenübernahme „möglichst vieler medizinsicher Leistungen“.

