1. Juli 2009
Das hat sich geändert
Zahlreiche Gesetzesänderungen sind zum 1. Juli 2009 in Kraft getreten und haben mehr oder weniger deutliche Auswirkungen auf Inhaber von Heilmittelpraxen. Wir haben die wesentlichen Änderungen und die daraus resultierenden Konsequenzen für Sie zusammengestellt.
Krankenkassentarif sinkt
Der allgemeine Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung sinkt von 14,6 auf 14,0 Prozentpunkte (ermäßigter Beitragssatz: von 14,0 auf 13,4 Prozent). Wird der von den Versicherten allein zu tragende Anteil von 0,9 Prozentpunkte hinzugerechnet, liegt der allgemeine Beitragssatz seit 1.Juli statt bei 15,5 bei 14,9 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens (ermäßigter Beitragssatz: 14,3 Prozent). Zum Ausgleich werden die Steuermittel an die GKV erhöht.
- Konsequenz für Praxisinhaber: Minimale Einsparung bei den Lohnnebenkosten bringt auch für Mitarbeiter minimale Erhöhung des Nettolohns.  (Bruttogehalt 2.500 Euro, ledig, ohne Kinder: Einsparung Arbeitgeber €7,50 – Erhöhung des Nettolohns €7,50)
Hausarztmodelle werden Pflicht
Krankenkassen müssen Versorgungsverträge zu Hausarztzentrierten Versorgung bevorzugt mit Hausarztverbänden schließen und zwar bundesweit. Ziel ist es, allen Mitgliedern der GKV die Möglichkeit zu bieten, an Hausarztzentrierten Versorgungsmodellen teilzunehmen.
- Konsequenz für Praxisinhaber: Bei Hausarztmodellen verpflichten sich Patienten, immer zuerst zum Hausarzt zu gehen. Dieser entscheidet dann über Zuweisungen zu Fachärzten. Eine Zunahme solcher Verträge kann dazu führen, dass ein „Ärzte-Hopping“ für weitere Heilmittelverordnungen schwieriger wird. Die Hausärzte werden eine wichtigere Rolle für Heilmittelerbringer bei der Verordnungszuweisung spielen.
Qualitäts-Noten für Pflegedienste
Am 1. Juli ist der Startschuss für die neuen Pflegenoten gefallen. Das von der Selbstverwaltung der Pflegekassen und Träger entwickelte Bewertungssystem soll Angehörigen und Pflegebedürftigen besser bei der Suche nach einem Pflegeheim oder einem ambulanten Pflegedienst helfen. Die Bewertung der Qualität findet unter neuen Kriterien statt.
- Konsequenz für Praxisinhaber: Kurzfristig keine Auswirkungen – mittelfristig nimmt der Druck auf alle Leistungserbringer zu, Qualität zu belegen. Auch die Ärzte haben gerade ein Qualitätsindikatoren–Set verabschiedet, das die Qualität der ärztlichen Versorgung messen soll.
Neuregelung der Kfz-Steuer
Bei Neufahrzeugen entscheidet mit der neuen Kraftfahrzeug-Steuer vor allem der Ausstoß von Kohlendioxid über die Höhe der Steuer, nicht mehr die Hubraumgröße. Die Umstellung der Kfz-Steuer auf den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) gilt für alle neu zugelassenen Neufahrzeuge.
- Konsequenz für Praxisinhaber: Bei der Kalkulation von Praxisautos für Hausbesuche die Steuer-Umstellung berücksichtigen!
Rentenerhöhung
Zum 1. Juli 2009 erhöhen sich die gesetzlichen Renten deutlich. In Westdeutschland steigen sie um 2,41 Prozent und im Osten auf 3,38 Prozent. Die diesjährige Höhe der Rentenanpassung ergibt sich daraus, dass die anpassungsrelevanten Löhne im letzten Jahr im Westen um rund 2,1 Prozent und im Osten um rund 3,1 Prozent gestiegen sind.
- Konsequenz für Praxisinhaber: Die große Zielgruppe Rentner verfügt ab sofort über ein wenig mehr Geld.

