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09.10.2009
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Virtuelle Rezeption auch für Therapeuten

Terminabsprachen per Mausklick

Ein Hamburger Praxisnetz vergibt Termine an die Patienten über eine virtuelle Rezeption. Nach den Ärzten sollen auch Physiotherapeuten eingebunden werden. Das Netz will auf diese Weise den Wettbewerbsvorteil von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) ausgleichen.

„Was können Medizinische Versorgungszentren (MVZ), was wir im Praxisnetz nicht auch können?“ Diese Frage stellten sich die Mitglieder des Ärztenetzes Hamburg Nordwest, zu dem auch einige Physiotherapiepraxen zählen. Sie kamen zum Ergebnis, dass MVZ gegenüber einem Praxisverbund mit verschiedenen Standorten nur einen Vorteil besitzen: Um mehrere Praxisbesuche und längere Wartezeiten zu umgehen, können Patienten in MVZ verschiedene Arzt- und Therapeutentermine hintereinander kombiniert – zum Teil an einem Tag – bekommen.  
Freie Sprechstundenzeiten im Computer
In den Praxen dagegen werden Überweisungen ausgestellt, mit denen der Patient zum nächsten Standort gehen muss und dort einen neuen Termin erhält – zum Teil erst Wochen später. Die Lösung des Praxisnetzes ist die virtuelle Rezeption. Teilnehmende Praxen bieten ihren Patienten damit Termine aus einer Hand und ersparen ihnen Wartezeiten und unnötige Wege. So funktioniert die virtuelle Rezeption: Wenn ein Patient einen neuen Termin benötigt, können Praxisinhaber, die Mitarbeiterin an der Rezeption oder die Geschäftsstelle des Ärztenetzes per Computer auf ein Programm zugreifen, in das alle beteiligten Praxen regelmäßig freie Sprechstundenzeiten einspeisen. Für das Einwählen benötigt die teilnehmende Praxis ein Passwort, das am Bildschirm eingegeben wird. Dann sucht man aus der Eingabemaske die gewünschte Fachgruppe aus und erhält eine Übersicht über die teilnehmenden Kollegen. Nach Auswahl einer Praxis werden die freien Zeiten aufgelistet. Dann kann der Wunschtermin noch am Bildschirm mit dem Patienten abgesprochen werden, bevor dieser die Praxis verlassen hat. Der ausgewählte Termin wird sofort belegt und damit für weitere Buchungen aus anderen Praxen geblockt.
Die gebuchte Praxis erfährt nur, dass der Terminkalender für diese Zeit besetzt ist und aus welcher Praxis ein Patient überwiesen wird. Der Namen des Patienten wird aus Datenschutzgründen erst bekannt, wenn dieser in der Praxis erscheint. Netzvorstand Hans-Jürgen Juhl sagt: „Je mehr Praxen sich an der virtuellen Rezeption beteiligen und je mehr Termine sie dem Pool anbieten, desto mehr Auswahl steht den Patienten zur Verfügung. Mit steigender Beteiligung verbessert sich also der Service für die Patienten – und die Wettbewerbsfähigkeit der Netzpraxen gegenüber einem MVZ steigt.“
Pilotprojekt auch für weitere Berufsgruppen
Auch für die Verhandlungen mit Krankenkassen sieht HNO-Arzt Juhl die virtuelle Rezeption als Vorteil an. Um die virtuelle Rezeption zu realisieren, musste sich der Praxisverbund ein Programm für den Terminpool erstellen lassen und dafür über einen IT-Dienstleister Serverkapazitäten kaufen oder mieten. Im Hamburger Ärztenetz kostete die Entwicklung für jede teilnehmende Praxis rund 100 Euro.  
An der derzeitigen Pilotphase für die virtuelle Rezeption nehmen nur Arztpraxen teil. Physiotherapeutin Birgit Klenke, die mit ihrer Praxis musculus Mitglied im Ärztenetz ist, wird sich nach Öffnung für weitere Berufsgruppen an der virtuellen Rezeption beteiligen und Behandlungszeiten in den Terminpool einspeisen. Sie hält die Idee für einen guten Service, hält übertriebene Erwartungen aber für unangebracht. Wichtiger als eine schnelle Terminvergabe sei für Patienten der gute Ruf einer Praxis – ohne gute Arbeit nützten auch schnelle Termine nichts. (di)  
Kontakt: Ärztenetz Hamburg Nordwest
Geschäftsstelle: Petra Weseloh
Großmoorkehre 4
21079 Hamburg
Telefon: 040-85102145
E-Mail: info@aerztenetz-hamburg-nordwest.de
Internet: www.aerztenetz-hamburg-nordwest.de
(di)

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