Studie zeigt:
Präventionsangebote gezielt anbieten
Präventionsangebote bieten großes Potenzial für Therapeutenpraxen. Doch die grundsätzliche Aufgeschlossenheit in der deutschen Bevölkerung für das Thema allein reicht nicht aus, um die Menschen in Massen zur Teilnahme an Kursen zu bewegen.
„Wirksame Präventionsstrategie muss gezielt die Menschen ansprechen, die ungesund handeln: über den Arzt, den Arbeitgeber und die Krankenversicherung“, heißt eine Empfehlung aus einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger. Darin wird Prävention als „Schlüssel zu einer leistungsfähigeren Volkswirtschaft und zur Finanzierung des Gesundheitswesens“ dargestellt – wenn die Bemühungen zur Motivation der Menschen zielgerichtet verbessert werden. Denn an pauschalen Aufrufen zur gesunden Ernährung und für mehr Bewegung hat es in den vergangenen Jahren nicht gemangelt – wohl aber an zielgruppenorientierten Konzepten, mit denen die Menschen von einer Teilnahme an Präventionsangeboten überzeugt werden konnten. Auch Therapeuten sollten also überprüfen, ob ihre Werbung für solche Angebote auf die Zielgruppen abgestellt ist und sie anspricht. Â
30 Prozent mit ungesundem Lebensstil
Für die Studie waren 1.000 Menschen über ihre Einstellung zur Prävention befragt worden. Danach führen rund 30 Prozent der Befragten einen ungesunden Lebensstil. Jeweils ein Viertel der Erwachsenen raucht mindestens eine halbe Schachtel Zigaretten am Tag oder treibt nie Sport. Weitere 23 Prozent schaffen dies nur unregelmäßig. Folge: 15 Prozent der Deutschen sind stark übergewichtig mit einem Body-Mass-Index (BMI) von über 30, weitere 35 Prozent mit einem BMI zwischen 25 und 30. Wenn also jeder zweite Deutsche Probleme mit dem Übergewicht hat, ist reichlich Potenzial für entsprechende Kurse vorhanden. Â
Arzt, Kassen und Arbeitgeber als Partner
Zugleich zeigt die Studie, dass die Menschen auch in der Wirtschaftskrise nicht weniger Geld für Gesundheit ausgeben. 86 Prozent der Befragten gaben an, dass sich ihr Ausgabeverhalten nicht verändert hat. Doch die Studie zeigt auch, dass es zwar wirksame Präventionsprogramme in Deutschland gibt, diese jedoch die wenig motivierten Menschen selten erreichen. Arzt, Arbeitgeber und Krankenkassen könnten also für Therapeuten Partner für eine Ansprache der Zielgruppen sein. Die Studie unterstreicht noch einmal, dass insbesondere Männer und bildungsschwache Schichten schwer zu motivieren sind. Zwischen der Einkommenshöhe und der Teilnahme an Präventionsangeboten stellten die Studienautoren dagegen keinen Zusammenhang fest. (di) (di)

