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19.11.2009
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Online-Plattform für asthmakranke Kinder

„Luftikids“ hat Arzt Bernd Behling aus Westerland auf Sylt die von ihm entwickelte Online-Plattform genannt. Sie soll Kindern spielerisch dem Umgang mit Asthma vermitteln und damit auch Therapeuten die Arbeit erleichtern.

Die Lungeninsel Aurolia ist durchzogen von unzähligen Flüssen und kleinen Kanälen. Nicht überall kann das Wasser ungehindert fließen. Warum das so ist – und warum Asthmakinder manchmal Probleme beim Atmen haben – erfahren sie beim Besuch auf Aurolia und auf einer ihrer vier Schwesterinseln. Dabei stoßen sie auf Piraten, Forscher und andere Begleiter, die in der aufregenden Inselwelt leben.

Mit “Rudi” die Inselwelten erobern

Das Inselspiel ist ein Modul der Internetplattform Luftikids, das auf eine Idee des praktischen Arztes Bernd Behling aus Westerland auf Sylt zurückgeht. Mit Luftikids will er das Wissen der Kinder über ihre Erkrankung spielerisch erhöhen und das Bewusstsein dafür stärken. Sie erfahren etwas über Asthma auslösende Faktoren, wie sie vorbeugen und entspannen können und wie es gelingt, die Erkrankung besser zu steuern. Neben der Inselwelt enthält die Plattform deshalb auch ein thematisch angelehntes Quiz, einen Wissensbereich mit anschaulichen Texten und einen Bereich, in dem die Kinder ihre eigenen Peak-Flow-Werte dokumentieren und kontrollieren können. Damit dies auch kinderleicht bleibt, führt die an ein Streifenhörnchen erinnernde Figur „Rudi“ die Kinder durch alle Module und erklärt ihnen die nächsten Schritte. Die online erfassten Aufzeichnungen können ausgedruckt und dem behandelnden Arzt zur Therapieunterstützung vorgelegt werden.

Die Idee zu Luftikids kam Behling vor fünf Jahren. Behling führt in seiner Praxis zahlreiche Schulungen durch, hat monatlich 20 bis 30 Asthma-Patienten. In den Sommermonaten, wenn viele Urlauber auf Sylt sind, geht diese Zahl stark in die Höhe. „Wir mussten immer wieder feststellen, dass die geschulten Kindern sämtliche Kenntnisse vergessen hatten, wenn sie nach ein oder zwei Jahren wieder auf die Insel kamen“, berichtet Behling. Seine Bemühungen, Schulungen für die Kinder in kürzeren Zeitabständen zu organisieren, blieben erfolglos. „Niemand hatte, konnte oder wollte sich mit dem Problem Schulung befassen, Nachschulung war gänzlich unbekannt“, erinnert sich der Inselarzt.

Webbasierte Schulungen

Heute werden zwar Gruppenschulungen angeboten, doch diese sind aufwändig und nach seiner Beobachtung längst nicht flächendeckend möglich. Nach seinen Erfahrungen nehmen nur 20 Prozent der einmal geschulten Kinder und Jugendlichen eine Nachschulung wahr. „Jugendliche scheuen den häufigen Arztbesuch aus Angst, sich zu outen“, hat Behling beobachtet.

Eine webbasierte Schulung dagegen könnte eine flächendeckende Verbreitung finden, jederzeit Zugang gewähren und kostengünstig erfolgen. Die Idee seines Vaters hat Medizininformatiker Jens Christian Behling am Computer umgesetzt. Die Inhalte entsprechen den Vorgaben und Leitlinien der AG Asthmaschulung Osnabrück und der Atemwegsliga. Für das Portal gibt es mit einigen gesetzlichen Krankenkassen bereits feste Vereinbarungen, andere entscheiden über eine Kostenübernahme nach Einzelfall.

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