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05.11.2009
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Sind Berufsordnungen der erste Schritt zur eigenen Pflegekammer?

Heilberufe wünschen eine eigene Lobby

Kein Heilberuf hat eine so große Lobby wie die Ärzte. Dies ist auch auf die funktionierende ärztliche  Selbstverwaltung zurückzuführen. Die Pflegeberufe haben dies erkannt – und wollen den Medizinern nun nacheifern.

Wenn Ärzte darüber klagen, dass ihre Vorstellungen politisch kein Gehör finden, staunen andere Gesundheitsberufe in aller Regel. Denn kaum ein anderer Beruf kann so viele Forderungen durchsetzen wie die Mediziner. Viele Physiotherapeuten und andere Berufe aus dem Gesundheitswesen schauen deshalb mitunter neidisch auf die effektive Lobbyarbeit der Ärzte.

Obwohl sie in den eigenen Reihen gern kritisiert werden, tragen auch die Ärztekammern zum Erfolg der Lobbyarbeit bei. Die Pflegeberufe haben dies längst begriffen und streben vergleichbare Strukturen an. Den ersten Schritt gehen sie derzeit durch die Einführung von Berufsordnungen. Nach Bremen und Saarland hat jüngst auch Hamburg eine Berufsordnung für Pflegekräfte verabschiedet. Die Berufsordnung regelt erstmals Aufgaben und Pflichten aus den Bereichen Pflegeplanung, Organisation, Dokumentation und Evaluation. Auch eine Fort- und Weiterbildungspflicht wurde eingeführt.

Was unter Ärzten heftig umstritten war, macht Pflegekräfte stolz, wie die Pflegedirektorin Christiane Kallenbach aus dem Hamburger Diakonie-Klinikum betonte. Denn künftig können sich die Pflegekräfte genauso wie die Ärzte Fortbildungspunkte für die besuchten Veranstaltungen gutschreiben lassen. „Es ist wichtig, dass da etwas ebenbürtiges zu den Ärzten geschaffen wurde“, sagte Kallenbach. Flächendeckende Kontrollen und Sanktionen für fehlende Fortbildungspunkte sind nicht festgeschrieben. Für Kallenbach ist die Berufsordnung aber auch ein Dokument, „das deutlich macht, was wir den Patienten schuldig sind und welche Qualität Pflege haben muss“. Pflegeexpertin Ingrid Smerdka-Arhelger sieht den Hauptvorteil einer Berufsordnung darin, dass Aufgaben und Kompetenzen nach innen und außen verdeutlicht werden. Smerdka-Arhelger hofft zugleich, dass Arbeitgeber nun die Fortbildung für Pflegekräfte stärker in den Fokus rücken. Bislang haben Kliniken nach ihrer Beobachtung bei knappen Mitteln oft als erstes an den Bildungsbudgets ihrer Mitarbeiter gespart.

Keine Einführung ohne Initiative aus dem Beruf

Unter Pflegeexperten gelten die Berufsordnungen als Meilenstein auf dem Weg zur eigenen Pflegekammer. Ob und wann es dazu kommen wird, ist noch offen. Eine Vertreterin der Hamburger Gesundheitsbehörde machte deutlich, dass dazu auch der klare Wunsch der Basis zählt: „Wir werden nichts einführen ohne die Initiative aus dem Beruf.“

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