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05.11.2009
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Ulmer Unfallchirurg erhält Preis für Rehabilitations-Forschung

Eigenverantwortliches Training effektiver als Physiotherapie?

Zu einem überraschenden Ergebnis ist der Ulmer Unfallchirurg Dr. Gert Krischak gekommen. In einer Studie hatte er festgestellt, dass Patienten nach einem Bruch am Handgelenk die Funktionsfähigkeit schneller wiederherstellen, wenn sie eigenverantwortlich mit einem Übungsheft trainieren statt zur Physiotherapie zu gehen.

Dr. Gert Krischak ist vom Ergebnis seiner Studie überrascht

“Wir wollten wissen, ob ein Übungsprogramm unter Anleitung oder in eigener Verantwortung erfolgreicher ist”, erklärt Studienleiter Krischak in einer Pressemitteilung des Universitätsklinikums Ulm.  Knapp 100 Patienten mit ähnlich gut verheilten Brüchen, die operativ oder mit Gipsverband therapiert worden waren, wurden nach dem Zufallsprinzip Gruppen zugeordnet. Die eine Gruppe übte mit Hilfe eines Übungsheftes, das in Zusammenarbeit mit der Physiotherapieschule Ulm Kolleg entwickelt wurde, nach einmaliger Anleitung sechs Wochen lang selbstständig. Die andere Gruppe besuchte zweimal wöchentlich die Physiotherapie und wurde von den Therapeuten zu Heimübungen angehalten.

Von dem Ergebnis waren die Wissenschaftler um Krischak selbst überrascht: “Die Patienten, die zu Hause geübt hatten, verfügten nach sechs Wochen über eine höhere Griffkraft und zeigten geringere Funktionsbeeinträchtigungen des Handgelenks.” Die Ergebnisse der Studie bestätigen laut Krischak, wie wichtig die Eigenverantwortung der Patienten bei der Nachbehandlung ist. “Ob man sie dem Patienten überlassen kann, muss jedoch sorgfältig abgewogen werden, denn der Erfolg hängt von dessen Motivation und Selbständigkeit ab”, so Krischak. “Für motivierte und selbständige Patienten ist das angeleitete Heimtraining eine sehr erfolgversprechende Möglichkeit der Rehabilitation.”

Der Oberarzt der Ulmer Universitätsklinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie erhält für seine Studie den mit 5.000 € dotierten Preis zur Förderung der Rehabilitationsforschung. Die Originalarbeit wurde veröffentlicht in den Archives of Physical Medicine and Rehabilitation (DOI: 10.1016/j.apmr.2008.09.575) und in Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin (DOI:  10.1055/s-0029-1225336 Phys Med Rehab Kuror 2009;19:185-192).

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Kommentare

  1. Uwe Nietzel schrieb am 7.11.2009 um 12:58 Uhr

    Diese Studie scheint genau das Gegenteil zu beweisen, was vor zirka 2-3 Jahren eine andere Studie ergab. In der früheren Studie hat man Rückenschmerz-Patienten Übungszettel mitgegeben und festgestellt, dass der Erfolg des selbstüben geringer war, als das Üben unter therapeutischer Aufsicht. Das hing unter anderem auch mit dem Verstehen und umsetzen der abgebildeten Übungen zusammen. Ich bin der Meinung, Motivation des Patienten alleine reicht nicht aus um erfolgreich alleine Zuhause zu üben.

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