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17.12.2009
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Westfalen-Lippe immer noch Schlusslicht bei Heilmitteln

KV fordert: Mehr Heilmittel verschreiben!

Die KV Westfalen-Lippe fordert ihre Ärzte auf, mehr Heilmittel zu verschreiben. Denn fast jede zweite Arztpraxis in Westfalen-Lippe unterschreitet das eigene Heilmittelbudget um die Hälfte. Damit diese Unterschreitung aufhört, will die KV ab Januar 2010 eine Heilmittel-Trendmeldung für jede Praxis erstellen. Das wurde den Ärzten auf der Vertreterversammlung der KV im Dezember mitgeteilt.

Die Ärzte in Westfalen-Lippe verordnen ihren Patienten im Bundesvergleich mit Abstand die wenigsten Heilmittel. Drohende Wirtschaftlichkeitsprüfungen nach Durchschnittswerten ließ die Ärzte in Westfalen-Lippe in den vergangenen Jahren zunehmend vorsichtiger agieren, wenn es um die Verordnung von Heilmitteln ging. Mediziner, die morbiditätsorientiert verordneten, erhielten nicht selten ein Prüfbescheid oder  einen Regress und zogen sich auf Minimalverordnungen zurück. Das durchschnittliche Verordnungsvolumen verringert sich damit stetig und die Grenzen zur Auffälligkeit wurden kontinuierlich abgesenkt. Dementsprechend pendelte sich Westfalen-Lippe zunehmend auf einem äußerst niedrigen Verordnungsniveau ein und bildet im Bundesvergleich bis heute das Schlusslicht.

Das mögliche Heilmittelausgabevolumen der KV ist schon wiederholt unterschritten worden. Nach Angaben der KV schöpft fast jede zweite Praxis in Westfalen-Lippe das mögliche und mit den Krankenkassen vereinbarte Verordnungsvolumen nur zu einem Drittel oder lediglich bis zur Hälfte aus. Ein Zustand, der insbesondere dann problematisch wird, wenn die KVWL mit den Krankenkassen über eine Erhöhung des Verordnungsbudgets verhandelt. Deshalb gelte es, so die KV, den möglichen Spielraum auch in Westfalen-Lippe besser auszureizen.

Damit soll jetzt nach dem Willen der KV Schluss sein. Zukünftig erhalten die Ärzte jeweils zu Jahresbeginn eine schriftliche Mitteilung über die Höhe und die Entwicklung ihres jeweiligen Heilmittelbudgets. Die erstmals zum Januar 2010 startende Heilmittel-Trendmeldung fördert eine optimale Ausschöpfung des mit den Krankenkassen vereinbarten Verordnungsvolumens und erleichtert den Ärzten eine bestmögliche Ausnutzung der zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen. Gleichzeitig soll das neue Informationssystem der so genannten „Verschiebementalität“ vorbeugen. Denn multimorbide Patienten wurden in der Vergangenheit nicht selten an „verordnungswillige“ Kollegen überwiesen. Exakt diesem Prozedere begegnet die Trendmeldung mit Transparenz und gegenseitiger Klarheit: Es hilft den „Unterschreitern“ des Budgets insofern, als es den jährlichen möglichen finanziellen Spielraum bei den Heilmitteln aufzeigt. Ebenso hilft es den „Überschreitern“, indem es der „Verschiebementalität“ durch Transparenz vorbeugt und die Regressangst der verunsicherten Kollegen mindert.

 

Service: Interessierte Praxisinhaber aus Westfalen-Lippe können bei der praxiswissen24-Hotline (0 800 / 94 77 360) ein Beispiel für eine Heilmittel-Trendmeldung anfordern.

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