News
25.02.2010
Ein Leser bewertete diesen Beitrag als interessant. Als interessant bewerten.
Beitrag versenden  |  Artikel drucken

DAK und Pharmakonzern geben „Versorgungsatlas Schmerz“ heraus

Schlechte Noten für Versorgung von Rückenschmerzpatienten

Die Versorgung von Rückenschmerzen in Deutschland hat schlechte Noten bekommen. Dies belegt der gemeinsam von der DAK und dem Pharmaunternehmen Grünenthal GmbH in Berlin vorgestellte „Versorgungsatlas Schmerz“. Dabei könnten gezielte Therapien hohe Folgekosten verhindern.


„Es ist wichtig, bestimmte Schmerzpatienten rechtzeitig zu identifizieren“, betonte Professor Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der DAK in einer Pressemitteilung. Durch den Einsatz geeigneter Therapieoptionen sei es möglich, einen schweren, meist chronischen Verlauf, der immer mit erhöhten Kosten verbunden sei, zu vermeiden. Schließlich machten, so die Studie, allein die die Rückenschmerzen je nach Typ etwa 20 bis 30 Prozent der mittleren Gesamtkosten aus.

Nur wenige Patienten erhalten Schmerztherapie

Etwa 85 Prozent aller Deutschen haben einmal im Leben Rückenprobleme, jeder Dritte davon einmal im Jahr. Die gemeinsame Studie habe nun gezeigt, dass Patienten mit Rückenschmerzen offenbar nicht optimal versorgt worden seien, hieß es weiter.  Obwohl einem Großteil dieser Patienten im Jahr 2006 ein Schmerzmedikament verschrieben worden sei, hätten nur wenige eine ambulante oder stationäre multimodale Schmerztherapie, eine schmerzinduzierte Psychotherapie oder Rehabilitation erhalten.

Das Projekt startete im Juli 2008 mit einer Pilotphase, in der das IGES Institut in Berlin auf der Basis von DAK Abrechnungsdaten gemeinsam mit Schmerzexperten erstmals hierarchische Schmerztypen definiert und ihre Versorgungssituation analysiert hat.  In der Hauptstudie unter der Leitung von Prof. Dr. Gerd Glaeske, Zentrum für Sozialpolitik in Bremen, wurden aus über fünf Millionen DAK Versicherten Schmerzpatienten herausgefiltert. Es zeigte sich, dass Rückenschmerzen in drei Typen (Schmerzen bei Bandscheibenerkrankungen, andere spezifische Rückenschmerzen und unspezifische Rückenschmerzen) besonders häufig auftraten. Die Versorgungssituation dieser Patienten wurde anschließend detailliert untersucht und liefere einen differenzierten Blick auf die Kosten- und Therapiesituation von Schmerzpatienten.

Weitere Datenanalysen müssen folgen

Bei der wissenschaftlichen Studie handle es sich um eine Analyse über die Versorgungslage von Schmerzpatienten, um ein Zwischenergebnis, dem weitere Datenanalysen folgen müssten, betont Jörg Bodanowitz von der DAK.  Der Vorteil der IGES-Studie: Die Identifizierung von Schmerzpatienten ermögliche eine effizientere Therapie, und „sie versetzt die Krankenkassen in die Lage,  frühzeitig die Behandlung von Risikopatienten zu steuern“, meint Antja Freytag, Projektleiterin der Studie.

Tags: , ,

Verwandte Artikel

Schreiben Sie uns einen Kommentar

* = Pflichtangabe