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25.02.2010
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Immer mehr Schulkinder brauchen heiltherapeutische Hilfe

Sprach- und Lerntherapien besonders gefragt 

Fast jedes zweite Schulkind braucht heiltherapeutische Hilfe. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Danach habe  mehr als jedes vierte Kind zwischen sechs und 18 Jahren Sprachtherapie erhalten, fast jedes fünfte Ergotherapie und Krankengymnastik.

"Sprechen lernt man nicht vor dem Fernseher". Foto: © MIR - Fotolia.com

Für die Umfrage waren 1.000 Eltern schulpflichtiger Kinder befragt worden. Fast die Hälfte gab an, dass ihr Kind schon einmal therapeutische Unterstützung bekommen habe. Dabei seien Mädchen deutlich häufiger betroffen, nur knapp 40 Prozent der therapierten Kinder waren Jungen. „Dass mittlerweile fast jedes zweite Schulkind therapieerfahren ist und diese Tendenz sogar zunimmt, ist bemerkenswert. Es wirft die Frage auf, ob wir den Kindern in ihrem Alltag ausreichend Anreize und Raum geben, sich zu entwickeln“, sagte TK-Psychologe York Scheller in einer Pressemitteilung der Krankenkasse.

„Fernseh-Kinder“ häufiger betroffen

Bei der Umfrage zeigte sich, dass besonders Kinder, die täglich mehr als zwei Stunden fernsehen, häufiger eine Therapie machen. „Sprechen lernt man nicht vor dem Fernseher. Für die sprachliche – und natürlich auch motorische Entwicklung – ist es wichtig, dass die Kinder sich und ihre Umwelt im richtigen Leben wahrnehmen“, so der Psychologe. „Unsere Umfrage zeigt jedoch, dass gerade die Kinder, die heiltherapeutische Hilfe benötigen, seltener mit Freunden spielen als andere.“ In der TK-Umfrage hatten über zehn Prozent der Eltern angegeben, dass ihr Kind sich überhaupt nicht mit Freunden trifft.  Weitere 37 Prozent spielten maximal eine Stunde täglich mit anderen Kindern.

Gerade aber das Spielen mit anderen fördere Neugier und Selbstständigkeit. „Die Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang und nur wenn sie die Chance haben, sich auszutoben, können sie auch am Vormittag die nötige Konzentration für die Schule aufbringen und haben nachts einen gesunden Schlaf.“

Steigender Leistungsdruck in der Schule

Eine andere mögliche Ursache für die stetig steigende Zahl der therapeutischen Betreuung von Kindern sehen viele Experten im zunehmenden Leistungsdruck in der Schule. Dieser beginne meist schon vor der Einschulung. Gerade im Vorschulalter steige die Anfrage nach Sprach- und Lerntherapien stark an, so die Experten. In einigen Bundesländern würden über 30 Prozent der Kinder als sprachauffällig eingestuft.

Laut Zahlen der TK werden Kinder im Südwesten Deutschlands am häufigsten behandelt. In Baden-Württemberg haben bereits 56 Prozent der Kinder eine Therapie hinter sich, in Bayern sind es 53 Prozent. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen hingegen erhalten 40 Prozent der Schüler eine Therapie.

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