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29.04.2010
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Neue Heilmittelvereinbarung in Hessen

Kinderärzte mit Richtgrößenzuwachs von mehr als 20 Prozent

259 Millionen Euro sind als Heilmittelausgabenvolumen in Hessen für das Jahr 2010 vereinbart worden. Damit liegen die Planzahlen für dieses Jahr deutlich über den Ist-Zahlen von 2009 (229 Mio. Euro). Das spiegelt sich auch in den Richtgrößen wieder, die um 6,19 Prozent angehoben werden, bei Kinderärzten sogar um mehr als 20 Prozent.

Die Verhandlungen zu den Arznei- und Heilmittelvereinbarungen in Hessen sind nun abgeschlossen. Kassenärztliche Vereinigung und Krankenkassenverbände haben sich darauf geeinigt, das Gesamtbudget für die Heilmittel auf gut 259 Millionen Euro anzuheben – im Vorjahr betrug dieser Wert noch 242 Millionen Euro und wurde von den Ärzten um mehr als 5 Prozent unterschritten. Die Heilmittel-Richtgrößen der einzelnen Fachgruppen werden um 6,19 Prozent angehoben. Für die Kinderärzte wurde wegen der laut KV Hessen „besonderen Versorgungssituation“ bei der Logopädie der Richtgrößenwert um weitere 20,6 Prozent erhöht. Damit solle die Versorgung der Patienten mit Heilmitteln für dieses Jahr in Hessen gesichert sein, meldet die KV Hessen in einer Pressemitteilung.

Die KV hält die Vereinbarung für ein wichtiges Signal: „Das Ergebnis macht aber deutlich, dass vernünftige Abschlüsse noch und ohne Schiedsverfahren erzielt werden können.“ Die Einigung wird auch von den Vertretern der Kassen begrüßt: „Die Einigung zeigt Augenmaß und ist gleichzeitig eine gute Nachricht für die Patienten”.

In 2007 war es in Hessen zu erheblicher Unruhe unter Ärzten und Heilmittelerbringern gekommen, weil rund 1.700 Ärzte sich mit zum Teil erheblichen Regressandrohungen aus Heilmittelverordnungen konfrontiert sahen.


Ganz konkret: Praxisinhaber sollten ihre Ärzte über die gute Nachricht ausführlich informieren – auch wenn die KV Hessen dies gerade getan hat. Besonders vor dem Hintergrund der von den Kassen veröffentlichten Ist-Ausgaben in Hessen, die deutlich unter dem jetzt vereinbarten Heilmittelausgabenvolumen liegen, dürfte ein Gespräch mit den Ärzten für Entspannung sorgen. Unterlagen, Zahlen und Grafiken für Ihre Arztgespräche können Sie wie immer bei Hotline (0 800 / 94 77 360) anfordern. Im Internet finden Sie unter www.heilmittel-regress.de alle wichtigen Informationen.

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Kommentare

  1. Sylvia Fischer schrieb am 30.04.2010 um 10:43 Uhr

    Diesen Beitrag habe ich mit größtem Interesse gelesen. Ich freue mich für meine Kollegen in Hessen.
    Aber wie sieht es hier in Niedersachsen aus?

    Mit freundlichen Grüßen
    Sylvia Fischer
    Ergotherapeutin

  2. Ralf Buchner schrieb am 1.05.2010 um 22:26 Uhr

    Liebe Frau Fischer,
    die Bewertung der Situation in Niedersachsen ist eine Frage des Blickwinkels. Vereinbart für die Ärzte in Niedersachsen war ein Rückgang der Heilmittelausgaben in 2009 im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von 3% – dafür wird seitens der Kassen auf Wirtschaftlichkeitsprüfungen auch rückwirkend verzichtet. Das haben die Ärzte mit einem Rückgang von 4,2% deutlich übertroffen. Damit sind definitiv alle Regressandrohungen aus der Vergangenheit erledigt und die verordnenden Ärzte werden sich vermutlich entspannen (http://www.up-aktuell.de/news/2009/01/heilmittelrichtgrosen-2009-1988.html). Also aus Ihrer Sicht: Gut! Dazu hat übringens die KV Niedersachsen unter der Überschrift “No Regress” gemeldet: “Die niedersächsischen Vertragsärzte können sich beglückwünschen. Dank erfolgreicher Einsparbemühungen im Verordnungsbereich ist es gelungen, sowohl im Bereich der Heilmittel als auch im Bereich der Arzneimittel die vereinbarten Ausgabenobergrenzen – sprich: Haftungsgrenzen – einzuhalten. Somit können die Richtgrößenprüfungen für die Jahre 2007 und 2008 ersatzlos entfallen.” (Den Artikel dazu finden Sie http://www.kvn.de/kvn/content/internet/kvs/hauptgeschaeftsstelle/copy_of_026/05/richtgrPruef122009.pdf )
    Das führt allerdings dazu, dass im letzten Jahr die Heilmittelausgaben 3,3 Prozent unter den vereinbarten Betrag lagen, das entspricht einem nicht genutzten Volumen von rund 11 Millionen Euro nur in Niedersachsen (http://www.up-aktuell.de/news/2010/04/82-millionen-ungenutztes-heilmittelbudget-in-2009-9429.html). Aus Ihrer Sicht: Nicht so gut!
    Die Erhöhung der Richtgrößen in Hessen muss man vor dem Hintergrund der der Ausgangssumme sehen. In Niedersachsen war die Richtgröße von jeher deutlich höher. So wurde in Hessen jetzt nur Nachjustiert. Ihre Sicht: ?
    Wie es bei Ihnen weiter geht? In 2010 sollte eigentlich eine Vereinbarung über das Aussetzen weiterer Richtgrößenprüfungen zwischen Kassen und KV abgeschlossen werden. Das ist allerdings noch nicht veröffentlicht. Jedenfalls kann in Niedersachsen kein Arzt mehr behaupten, er würde für Heilmittelverordnungen der vergangenen Jahre in Regress genommen werden. Und das ist dann ja auch schon mal was wert.

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