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15.04.2010
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Werbe-Ideen für die Praxis

Step by Step

Stufe um Stufe weiter zum Ziel. Und das Ziel heißt „Rückenwind – Physio & Fitness“, ein therapeutisches Bewegungszentrum in Berlin. In der U-Bahn-Station Schönhauser Allee werden Reisende bei jeder Treppenstufe weiter nach oben zum  Ärztehaus geführt, wo „Rückenwind“  im zweiten Stock auf über 1.000 Quadratmetern für die Gesundheit wirbelt – eine Werbeidee, die sich lohnt?

Foto: Ralf Buchner

„Auf jeden Fall“, meint Sporttherapeut Karsten Weicht, Geschäftsführer der „Rückenwind GmbH – Physio & Fitness“.  „Es ist die einzige Werbung, die wir betreiben“, fährt der 47jährige fort und ergänzt schmunzelnd: „Die wichtigste Werbung bleibt nach wie vor natürlich unsere gute Arbeit!“

Treppen als ideale Werbefläche

Treppenwerbung hat Karsten Weicht schon immer interessiert. „Die Stufen sind doch der ideale Platz für die Werbung, da die Leute immer nach unten schauen.“ Als er 2003 in der Schönhauser Allee 118 im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg „Rückenwind“ eröffnete, stand für ihn fest: Eine solche Treppenwerbung muss her – zumal sich dies angesichts der Lage des Bewegungszentrums anbot.

Gesagt – getan: Der Sporttherapeut suchte den Kontakt mit der Deutschen Bahn AG und wurde fündig. Ansprechpartner für die Werbung in deutschen Bahnhöfen ist die Ströer Deutsche Städte Media GmbH, während für Berlins U-Bahnhöfe „Die Draussenwerber“, ein Tochterunternehmen der Wall AG, zuständig sind. Sie gestalten in Absprache mit den Kunden die Folien, produzieren diese und platzieren sie an den Stufen.

Bundesweit gibt es nach Angaben von Dieter Henzel von der Ströer DERG Media GmbH etwa 490 Treppen, deren Stirnseiten eine große Werbefläche bieten. In 50 Bahnhöfen in bundesweit 35 Städten können wahlweise einzelne Stufen oder die gesamte Treppe belegt werden. Die Mindestlaufzeit beträgt einen Monat, die Kosten richten sich nach der Größe des Bahnhofes und der Besucherfrequenz: So kostet beispielsweise die Treppenwerbung im Hamburger Hauptbahnhof – mit 450.000 Besuchern täglich Spitzenreiter in Deutschland – bis zu 1.300 Euro pro Monat inklusive der Produktion und Montage.

Günstiger wird es für die etwa 170 U-Bahnhöfe in Berlin: Nach Angaben von Heike Klär von „Die Draussenwerber“ beläuft sich die monatliche Miete pro Stufe auf 20 bis 40 Euro – allerdings ist nur absatzweise (von 10 bis 20 Stufen) buchbar. Die Montage und Demontage kostet ebenfalls zwischen 20 und 40 Euro, für die Produktion der Folie wird 25 bis 90 Euro berechnet – bei einem Absatz mit zehn Stufen insgesamt also zwischen 300 und 600 Euro. Auch hier beträgt die Minimallaufzeit einen Monat, im Schnitt buchen die Kunden für sechs Monate bis zu einem Jahr. „In diesem Falle werden individuelle Rabatte verhandelt“, erläutert Heike Klär.

Umfrage bestätigt Wirkung der Treppenwerbung

Die Treppenwerbung sollte nicht in erster Linie für die Physiotherapiepraxis sondern für den Fitnessbereich von „Rückenwind“ werben. Und sie hatte Erfolg, wie eine umfassende Umfrage unter den Besuchern vor zwei Jahren zeigte: „Auf Platz 1 landete unsere gute Arbeit“, erinnert sich Geschäftsführer Karsten Weicht, „gefolgt von der Treppenwerbung in der U-Bahn-Station.“

Die Erfahrung habe gezeigt, dass die meisten durch Empfehlung des Arztes oder durch die gute Arbeit den Weg in die Praxis fänden. Briefwurfsendungen oder Flyer seien weniger effektiv, meint Weicht. „Die landen doch meist ungelesen im Papierkorb – zumindest geht es mir so“. Von der Treppenwerbung allerdings ist er überzeugt und wird sie weiterhin als einzige Marketing-Strategie nutzen – für etwa 1.300 Euro pro Jahr. Und er fügt hinzu: „Wenn ich noch weitere Treppen bekäme, würde ich sie nutzen…“.

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