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24.06.2010
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Mangelware

Erfolgreiche Präventions-Konzepte

Im Gesundheitswesen setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass die Prävention zu Gunsten der kurativen Medizin vernachlässigt wurde. Für Therapeuten könnten sich insbesondere in der Zusammenarbeit mit Firmen neue Geschäftsbeziehungen ergeben.

"Muskelpabst" Werner Kieser hat bereits erfolgreich Präventionskonzepte umgesetzt. Foto: di

Das Potenzial für die Prävention wurde von Experten des Eppendorfer Dialogs, der in dieser Woche zum achten Mal im Hamburger Universitätsklinikum Epperndorf stattfand, als „riesig“ eingeschätzt. Wer als Leistungserbringer Angebote in diesem Bereich ausweiten will, sollte allerdings nicht allein auf kassenfinanzierte Kurse setzen. CDU-Politiker Dietrich Monstadt, Mitglied des Gesundheitsausschusses des deutschen Bundestages, und Birgit Fischer, Vorstandsvorsitzende von Deutschlands größter Krankenkasse Barmer BEK, sehen Prävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht allein von den Kassen finanziert werden. Besonders Unternehmen könnten Interesse daran haben, in die Prävention ihrer Beschäftigten zu investieren. Denn Ausfallzeiten der Arbeitnehmer gehen zu Lasten der Produktivität. Weil kranke Beschäftigte das Unternehmen und die Krankenkasse belasten, geht die Barmer GEK inzwischen gezielt in die Betriebe, um das betriebliche Gesundheitsmanagement zu fördern.

Fischer machte deutlich, dass hier inzwischen neue Wege gefragt sind. Auch für Therapeuten öffnen sich damit neue Türen. After-Work-Sport, spezielle Gesundheitstage oder Firmensportabzeichen sind Beispiele, bei denen sich Leistungserbringer aus der Region für Kooperationen mit Unternehmen in der Region anbieten könnten. Noch ist dieser Bereich offenbar nicht so besetzt, wie Fischer sich dies wünscht. Nach ihrer Beobachtung gibt es in der Bevölkerung noch zu geringe Kenntnis über Möglichkeiten der Gesunderhaltung – ein ideales Betätigungsfeld für Therapeuten.

Dass man im deutschen Gesundheitswesen auch ohne Kassenunterstützung mit einem ausgefeilten Konzept Erfolg haben kann, hat Werner Kieser bewiesen. Die Kette Kieser Training ist in vielen Ländern Europas erfolgreich und hat nach Angaben ihres Gründers Werner Kieser zahlreichen Menschen mit Rückenproblemen geholfen, indem sie gesundheitsorientiertes Krafttraining als präventive und therapeutische Maßnahme anbietet. Das Training in den Kieser-Studios wird nicht von den Kassen bezahlt, obwohl zugleich viel Geld für die Therapie von Rückenkranken ausgegeben wird. Fest steht, dass der gelernte Tischler Kieser frühzeitig erkannt hat, dass Aktivität wichtiger ist als Schonhaltung. „Wir schonen die Alten zu Tode“, kritisiert der vereinzelt als „Muskelpapst“ bezeichnete Kieser – und plädiert dafür, auch alte Menschen körperlich zu fordern.

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