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21.10.2010
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Welttag des Stotterns

Öffentlichkeitsarbeit hilft allen Beteiligten

Allein in Deutschland stottern etwa 800.000 Menschen. Der Welttag des Stotterns am 22. Oktober steht unter dem Motto „Stotternde redet! Ihr bewegt viel!“. Zahlreiche Aktionen sind geplant.

Die Öffentlichkeit müsse auf das Schicksal von Stotterern aufmerksam gemacht werden, meint die Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe e.V. (BVSS). Anlässlich des Welttages des Stotterns sollen die Betroffenen ermutigt werden, offensiv mit dem Stottern umzugehen anstatt sich zurückzuziehen. Aus Angst vor dem fehlerhaften Sprechen und vor der Reaktion der Mitmenschen auf das ‚Anders sein‘ vermeiden viele das Sprechen, weiß BVSS-Vorsitzender Dr. Matthias Kremer. „Um sich vor schiefen Blicken zu schützen, bestellt jemand beim Bäcker lieber vier statt der benötigten zwei Brötchen, weil er ‚vier‘ besser aussprechen kann“, erklärt Kremer eine der häufigsten Strategien von Stotterern.

Doch die Betroffenen sollten nicht verstummen, da die Sprechbehinderung sich inzwischen auch gut behandeln ließe. Eine seriöse Stottertherapie könne, so Kremer, bei Kindern und Erwachsenen nachhaltige Erfolge erzielen. Die BVSS will aufklären und Hemmschwellen abbauen. „Im Gespräch mit einem Stotternden gelten die gleichen Regeln, wie für jedes gute Gespräch“, meint Kremer und fasst drei wesentliche Punkte zusammen: „Unverkrampften Blickkontakt halten, Zeit zum Aussprechen geben und jeden seine Sätze selbst zu Ende bringen lassen. Auch wer stottert, weiß genau, was er sagen will – er kann es nur nicht flüssig aussprechen“.

Bundesweit bieten Stotterer-Selbsthilfegruppen Beratung für Stotterer und ihre Angehörigen an und informieren an Infoständen über die Sprechbehinderung, u.a. in Dortmund, Elmshorn sowie in Braunsbedra in Sachsen-Anhalt. Weitere Informationen erhalten Interessierte über die zentrale Informations- und Beratungsstelle der Stotterer-Selbsthilfe in Köln (www.bvss.de). „Stottern ist keine sichtbare Behinderung. Betroffene haben daher eine Art Wissensmonopol und können durch einen selbstbewussten, offenen Umgang sich und ihren Mitmenschen helfen“, motiviert Kremer zur mehr Offenheit.

Der 22. Oktober wurde erstmals 1998 gemeinsam von den weltweiten Stotterer-Organisationen und Fachverbänden zum „Welttag des Stotterns“ (Stuttering Awareness Day) ausgerufen.

 

Ganz konkret: Pressearbeit hilft allen Beteiligten: Eltern und Kinder werden über das Stottern aufgeklärt und die örtliche Zeitung hat einen überregionalen Aufhänger für das Thema, um die Kompetenzen der heimischen Praxen redaktionell darzustellen.

Kontakt: Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe e.V.

Zülpicher Str. 58,

50674 Köln

Tel. 0 221 / 139 11 06

Fax 0 221 / 139 13 70

E-Mail: info@bvss.de

Internet: www.bvss.de

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