Der Therapeuten-Sparfuchs
Schokolade, Chips und Co – herrlich. Ab und zu sündigt jeder gern. In Zukunft könnte sich das aber direkt auf den Kontostand auswirken. Denn der CDU-Abgeordnete Marco Wanderwitz forderte jetzt: Dicke sollen für ihre Gesundheit zahlen! „Es muss die Frage erlaubt sein, ob die immensen Kosten, die zum Beispiel durch übermäßigen Esskonsum entstehen, dauerhaft aus dem solidarischen System beglichen werden können“, sagte er der Bild-Zeitung.
Der neuste Sommerlocherguss aus der Politik hört sich zwar komplett absurd an, stößt aber tatsächlich bei vielen Menschen auf Zustimmung. Nach einer unveröffentlichten Studie der Jacobs-University Bremen findet nämlich angeblich die Mehrheit der Versicherten, dass eine höhere Zuzahlung bei einer ungesunden Lebensweise vollkommen in Ordnung ist. Allerhöchste Zeit also, die eigene Gesundheit an den Hörnern zu packen und die Schokolade gegen Obst und Gemüse einzutauschen?
Könnte schwierig werden. Denn nach einer aktuellen Studie im Auftrag der TKK haben die wenigsten Menschen Lust, die Verantwortung für ihre Gesundheit selbst zu übernehmen. Das käme Praxisinhabern sehr entgegen. Als Experten sind sie geradezu prädestiniert, um in Zukunft staatlich anerkannte Schuldenberater à la Peter Zwegat arbeitslos zu machen. Die neuen Selbstzahlerangebote in Heilmittelpraxen heißen dann nicht mehr banal „Nordic Walking“ oder „Aquafitness“, sondern „Steuern sparen leicht gemacht“ oder „Portemonnaie – Fitness für Anfänger“.
Darauf erst mal ne Tafel Schokolade….
Tags: Einkommensteuer, Ergotherapie, Gesundeitsausgaben, Gesundheitspolitik, Gesundheitsreform, Gesundheitswirtschaft, Konzepte, Krankenkasse, Kunde, Kundenzufriedenheit, Patient, Physiotherapie, Prävention, Praxis, Selbstzahlerangebote, Sozialabgaben, Therapeut, Therapiekonzept

Sehr geehrtes up-Team,
in gewisser weise kann ich Herrn Wanderwitz beipflichten, obwohl ich mich leider der gruppe der Übergewichtigen zugehörig fühlen muß.
Aber dann sind wir auch schon ganz fix bei anderen Risiko-Gruppen, deren wenig gesundheitsförderndes Verhalten sie selbst oder andere Menschen gefährdet: Naschwerk-liebende DiabetikerInnen, RaucherInnen, SkaterInnen, Bungee-JumperInnen,etc. Wer werfe da den ersten Stein?
Verärgerte grüße – sibylle kerkow