Zwei Jahre jeden Tag Therapie
Heilmittel statt Prothese?!
Siebentausendfünfhundert Euro ist viel Geld. Genau 7.500 Euro kostet ein neues Hüft- oder Kniegelenk im Durchschnitt. Das ist zu teuer, findet der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK Dr. Rolf-Ulrich Schlenker. Vor allem, weil die Anzahl der vorgenommenen Eingriffe in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Deswegen stellte sich Schlecker jüngst auf einer Pressekonferenz die Frage: Besteht etwa durch eine zu breite Indikationsstellung die Tendenz zur Überversorgung bei Hüft- und Knie-Endoprothesen?
Schock-schwere-Not. Was soll man nur tun? Wir schlagen vor: ” Herr Schlenker, fragen Sie doch mal den Physiotherapeuten Ihres Vertrauens.” Der würde nämlich höchst wahrscheinlich antworten: es gibt sicherlich einige Patienten, die mit konservativer Therapie und ohne OP besser dran wären. Vielleicht würde dieser Therapeut Herrn Schlenker dann auch noch gleich ein kleines Rechenbeispiel mit auf den Nachhauseweg geben: Wie viele konservative Therapieeinheiten kann ein Patient für 7.500 Euro Budget bekommen? Das ist schnell errechnet: Geht man von ca. 15 Euro pro Therapieeinheit aus, bekäme man für 7.500 Euro exakt 500 Therapieeinheiten. Bei rund 250 Arbeitstagen im Jahr entspräche das einer TÄGLICHEN Physiotherapie über einen Zeitraum von ZWEI vollen Kalenderjahren!
Vielleicht sollte sich eine Physiotherapiepraxis trauen, Herrn Schlenker ein schriftliches Angebot zu unterbreiten? Unter dem Strich könnte die Barmer GEK dadurch eine Menge Geld sparen, denn in den 7.500 Euro für das neue Gelenk ist noch nicht die ambulante Nachsorge in einer Rehaeinrichtung enthalten.
Also, gleich an den Computer und der Barmer GEK ein Angebot machen, dass sie nicht zurückweisen kann. Einige Ihrer Patienten wären bestimmt begeistert!
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