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Ärzte stehen Delegation ärztlicher Leistungen skeptisch gegenüber

Ärzte stehen Delegation ärztlicher Leistungen skeptisch gegenüber

Ärztliche Leistungen müssen in Medizinerhänden bleiben. Das meinten Vertreter der Ärzte auf einer Tagung in Brandenburg. Zwar wolle man kooperieren, aber immer unter Kontrolle der Bundesärztekammer. Vertreter der Pflegekräfte mahnten eine Diskussion auf Augenhöhe an.

Was ein Arzt delegieren soll und was er darf – damit beschäftigte sich ein berufspolitisches Kolloquium der Landesärztekammer Brandenburg (LÄKB). Präsident Dr. Udo Wolter hatte Vertreter der Gesundheitsberufe und der Bundesärztekammer zu einer Diskussion eingeladen.
Die Bundesärztekammer (BÄK) sei gerade dabei, einen Katalog delegierbarer Leistungen zu überarbeiten, der möglichst auf dem nächsten Deutschen Ärztetag vorgelegt werden soll, erklärte Dr. Regina Klakow-Franck.»Die Bundesärztekammer lehnt ein Auseinanderdividieren der ärztlichen Verantwortung ab. Dies bedeutet aber nicht, dass wir nicht für Kooperationsmodelle sind. Gerade bei der Behandlung multimorbider Patienten begrüßen wir diese«, betonte die stellvertretende BÄK-Hauptgeschäftsführerin. Welche die seines Erachtens ureigensten Aufgaben des Arztes sind, dazu äußerte sich Prof. Eckart Frantz, der Vorsitzende des Landesverbandes der Leitenden Krankenhausärzte Brandenburg: »Die Diagnose, die Therapie und die Beratung des Patienten in medizinischen Fragen – das sind Monopole der Ärzte. Sollte sich daran etwas ändern, wird die Axt an den Berufsstand angesetzt.«
Gertrud Hergenhahn, 1. Vorsitzende des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe, Landesverband Berlin/Brandenburg, war überzeugt davon, dass Pflegekräfte über eine gute Qualifikation verfügen und deshalb mehr Aufgaben übernehmen können. Sie möchte mit den Ärzten auf Augenhöhe diskutieren.
Ausgelöst hat die aktuelle Diskussion das Gutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen von Juli 2007. Darin spricht sich der Rat dafür aus, bestimmte ärztliche Aufgaben schrittweise an nichtärztliche Berufe zu übertragen (wir berichteten).

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