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Hessische Ärzte fordern: keine Haftung für das Verschreiben von Heilmitteln

Hessische Ärzte fordern: keine Haftung für das Verschreiben von Heilmitteln

In einer Resolution forderte die Delegiertenversammlung der hessischen Ärztekammer am vergangenen Wochenende die Abschaffung der Richtgrößenprüfung für Heilmittel, meldet die Pressestelle der Ärztekammer.

»Es darf keine Haftung der Ärzte für das Verschreiben von Heilmitteln geben«, erklärten die Vertreter der hessischen Ärztinnen und Ärzte. Durch die mit Regressdrohungen verknüpften Budgetzwänge wirke sich das Sachleistungsprinzip der Gesetzlichen Krankenversicherung unmedizinisch, unsozial und unethisch auf die ärztliche Berufsausübung aus und untergrabe das Vertrauensverhältnis zwischen Ärzten und Patienten.
Die verschreibenden Ärzte – insbesondere die Vertragsärzte – würden durch die indirekt erfolgende Rationierung in eine unlösbare Konfliktsituation gebracht, denn es komme nicht mehr darauf an, ob eine Behandlung notwendig oder zweckmäßig sei, sondern nur noch auf ihre Wirtschaftlichkeit. Einheitliche Behandlungsstandards im Sozial- und Privatrecht, wie sie von vielen Gesundheitspolitikern vehement gefordert würden, seien nicht möglich.
Völlig unsinnig sei es, Ärzte für Verschreibungen haften zu lassen, bei denen sie keinerlei Einfluss auf Preise haben und sowohl die Indikation als auch die Menge der Anwendungen durch die Heilmittelrichtlinien exakt vorgeben sind.
»Ärzte dürfen nicht durch den infolge Androhung von Regressen bei der Verordnung medizinisch notwendiger Therapien bei gesetzlich Versicherten entstehenden Konflikt in die Nähe von Korruptionsdelikten gerückt werden«, verlangten die Delegierten. »Existenzängste und Unsicherheit von Ärzten bei der Versorgung ihrer Patienten müssen ein Ende haben.«

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