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Fettleibigkeit weltweit dramatisch gestiegen

Ein Grund zum Handeln für Therapeuten

Fettleibigkeit weltweit dramatisch gestiegen

Rund eine halbe Milliarde Menschen auf der Welt sind zu dick. Das ist das Ergebnis einer internationalen Langzeitstudie, die jetzt im Fachblatt „The Lancet“ veröffentlicht wurde. Danach sei jeder zehnte Mann und jede siebte Frau stark übergewichtig – eine alarmierende Meldung, die Praxisinhaber zum Handeln anregen sollte, um spezielle Kursangebote zu erstellen.

Fettleibigkeit weltweit dramatisch gestiegen
Sport- und Bewegungsangebote sind dringend nötig. Foto: © Jason Stitt – Fotolia.com

Für die Studie hatte ein internationales Forscherteam über einen Zeitraum von knapp 30 Jahren die medizinischen Daten von insgesamt 9,1 Millionen untersuchten Teilnehmern über 25 Jahre aus 199 Ländern ausgewertet. Ihr Fazit: Das Übergewicht sei weltweit auf dem Vormarsch. Dabei seien nicht nur die Industrienationen betroffen, sondern auch Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen, erklärte einer der Studienleiter, Professor Majid Ezzati vom Imperial College in London. So sei beispielsweise in den Nationen der Pazifikinseln der Body-Mass-Index (BMI) mit Werten zwischen 34 und 35 heutzutage am höchsten.

Jeder zehnte Mann stark übergewichtig

Die Langzeitstudie habe ergeben, dass im Jahr 2008 durchschnittlich 9,8 Prozent der Männer und 13,8 Prozent der Frauen weltweit stark übergewichtig waren, sie wiesen einen BMI von mindestens 30 auf. 1980 hatte der Anteil der Fettleibigen an der Gesamtbevölkerung noch bei Männern bei 4,8 und bei Frauen bei 7,9 gelegen.

Besonders gravierend sei die Lage in den USA, dort lebten die meisten Fettleibigen, der durchschnittliche BMI liege bei mehr als 28. Das geringste Problem habe Japan. Aber auch in Deutschland seien die Menschen zu dick: Mit einem durchschnittlichen BMI von 27,2 (1980: 25,5) lagen die Männer 2008 auf Platz zehn, Deutschlands Frauen landeten mit einem BMI von 25,7 (1980: 24,7) auf Platz 17. Als Ideal gilt ein BMI zwischen 20 und 25.

Bluthochdruck und Cholesterinwerte leicht rückläufig

Die Entwicklung bei Cholesterin- und Blutdruckwerten hat sich dagegen leicht entspannt. Der Anteil der Menschen mit Bluthochdruck sei dabei weltweit leicht gesunken, auch wenn deren absolute Zahl wegen des Bevölkerungswachstums steigt. Besonders verbreitet sei Bluthochdruck im Baltikum, in Portugal, Finnland und Norwegen sowie in Ost- und Westafrika. Am günstigsten sind die Werte in Nordamerika, Australien, Südkorea und Kambodscha. Deutschland sei jedoch zusammen mit Island, Grönland und Andorra Spitzenreiter bei zu hohen Cholesterinwerten, während die Griechen mit den niedrigsten Werten glänzten.

Die Ergebnisse, so Ezzati, lieferten eine gute Basis für die Politik, die Voraussetzungen für einen gesünderen Lebensstil zu schaffen. „Wir wissen, dass Veränderungen der Ernährung und körperlichen Aktivitäten zur weltweiten Ausbreitung von Fettleibigkeit beigetragen haben“, so Gretchen Stevens von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), aber es sei noch nicht ganz klar, wie dieser Trend gestoppt werden könne.

Service: Ein kostenloses Abstract finden Sie im Internet unter https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736%2810%2962037-5/abstract

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