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Bewegungstherapie wirksamer als Medikamente

Therapie bei Fibromyalgie

Bewegungstherapie wirksamer als Medikamente

Leichtes Ausdauertraining ist bei einer chronischen Schmerzerkrankung des Bewegungsapparates wirksamer als Schmerzmittel. Das haben Wissenschaftler der Universität Heidelberg nach Auswertung von Therapiestudien jetzt herausgefunden und empfehlen vor allem Tai Chi oder Yoga zur Behandlung der Fibromyalgie.

© Pete Saloutos – Fotolia.com

Etwa vier Prozent aller Deutschen leiden an der bislang unheilbaren Erkrankung. Betroffen sind vor allem Frauen zwischen 40 und 60 Jahren, heißt es in der Pressemitteilung der Universität Heidelberg. Die Diagnose sei wegen des weiten Spektrums möglicher Beschwerden oft schwierig und könne nur durch Ausschluss anderer Erkrankungen getroffen werden. Die Betroffenen klagen über anhaltende Schmerzen in Nacken, Rücken, Brust, Bauch oder Gelenken, aber auch unter psychischen Beschwerden wie Depression oder Angst.

Seit 2008 gibt es die Leitlinie für Diagnose und Therapie des Fibromyalgiesyndroms, die Ärzte bei der Auswahl der wirksamen Therapie unterstützen soll. „Bisher gab es zu vielen Behandlungen noch keine belastbaren Ergebnisse“, erklärte Professor Dr. Wolfgang Eich, Schmerzexperte an der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik des Universitätsklinikums Heidelberg, der federführend an der Überarbeitung der Leitlinie beteiligt war. Die aktualisierte Fassung, die in deutscher und englischer Version jetzt vorliegt, hat neue medizinische Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Studien sowie Erfahrungen von Experten und Patienten einbezogen.

Zwei bis dreimal pro Woche eine halbe Stunde schnelles Spazierengehen, Fahrradfahren oder Walking würden zur Linderung der Beschwerden beitragen.  „Optimal wäre die Kombination mit Entspannungsverfahren und Psychotherapie-Verfahren, die die Selbstwirksamkeit erhöhen, wie z. B. kognitiven Verhaltenstherapien oder anderen Psychotherapieverfahren“, sagte Professor Dr. Wolfgang Eich.

Enttäuscht zeigte sich der Mediziner von den Ergebnissen der medikamentösen Therapieansätze. „Nur wenige Präparate zeigten langfristigen Nutzen, bei den meisten überwiegen die Nebenwirkungen.“ Anders dagegen die meditativen Bewegungstherapien wie Tai Chi oder Yoga, die vielen Patienten gut taten und in der neuen Leitlinie sehr empfohlen werden.

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