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Leichte Umsatzdelle mit regionalen Unterschieden

GKV-HIS Zahlen 1. Halbjahr 2012 zeigen:

Leichte Umsatzdelle mit regionalen Unterschieden

Die jüngst veröffentlichten Heilmittel-Verordnungsdaten aus dem Heilmittel-Informationssystem der Krankenkassen (GKV-HIS) zeigen im zweiten Quartal eine leichte Umsatzdelle des ansonsten seit Monaten andauernden Umsatzwachstums der Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten und Podologen. Die regionalen Unterschiede bei der Umsatzentwicklung sind allerding auffallend groß, so dass man sich wirklich fragen muss, in wieweit die Heilmittel-Richtlinie tatsächlich der Maßstab für das Verordnungsverhalten der Ärzte ist.

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Fast 1,2 Milliarden Euro haben die gesetzlichen Krankenkassen für Heilmitteltherapie im zweiten Quartal 2012 ausgegeben. Trotzdem sind das rund 10 Millionen Euro weniger als im ersten Quartal 2012.

Die einzelnen Fachgebiete der Heilmitteltherapie entwickeln sich sehr uneinheitlich. Logopäden wachsen um 2,7 Prozent auf nunmehr 264 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2012. Dabei fällt auf, dass die regionalen Unterschiede sehr groß sind (BaWü: -3,2 Prozent; Meck-Pomm: + 14,1 Prozent) und dass der Umsatz je Verordnung nur um 0,3 Prozent gestiegen ist.

Bei den Physiotherapeuten wachsen die Umsätze um 25 Millionen auf 1,75 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2012. Das entspricht einem Wachstum von 1,5 Prozent. Insgesamt fünf Bundesländer müssen teilweise deutliche Umsatzrückgänge hinnehmen (Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen und Sachsen-Anhalt). Dafür freut sich zum Beispiel Thüringen über einen Zuwachs von fast 9 Prozent! Die Umsätze je Verordnungsblatt sind im Vergleich zum Vorjahr um fünf Cent zurückgegangen.

Auch bei den Ergotherapeuten gibt es für das erste Halbjahr 2012 Umsatzzuwachs zu vermelden. Mit fast 13 Millionen Euro mehr kommen die Ergotherapeuten auf 343 Millionen Euro Umsatz. Das entspricht ein Zuwachs von 3,9 Prozent. Und wieder lassen sich erhebliche regionale Unterschiede feststellen: Während in Hessen rund drei Prozent weniger Ergotherapie verschrieben wurde als im Vorjahreshalbjahr, legte Thüringen um 15,4 Prozent zu. Die Umsätze je Verordnungsblatt haben bei den Ergotherapeuten um 1,74 Euro abgenommen, das entspricht einem Rückgang von 0,52 Prozent. Immerhin wurden im ersten Halbjahr 2012 zum ersten Mal überhaupt mehr als eine Million Ergotherapieverordnungen ausgestellt.

Die Heilmittelausgaben je 1.000 Versicherter entwickeln sich weiterhin sehr uneinheitlich. 372 Euro wurden im ersten Halbjahr mehr ausgegeben als im Vorjahreshalbjahr. Das entspricht einem Zuwachs der Heilmittelausgaben je 1.000 Versicherter von nur 1,2 Prozent. Wachstumsgewinner waren Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen mit Zuwachs von jeweils mehr als 12 Prozent und Westfalen-Lippe mit immerhin noch 6,7 Prozent. Einbußen mussten dagegen die Bundesländer Bayern (-0,65%), Brandenburg (-0,48%), Hessen (-1,32%) sowie Sachsen-Anhalt (-1,65%) hinnehmen.

 

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