up|unternehmen praxis

Bewegung ist bei einigen Krankheiten wirkungsvoller als Medikamente

Aktuelle britische Studie belegt

Bewegung ist bei einigen Krankheiten wirkungsvoller als Medikamente

Körperliche Bewegung kann bei einigen Erkrankungen genauso gut oder sogar besser wirken als Medikamente. Das ist das Ergebnis einer britischen Studie, bei der die Daten von knapp 340.000 Patienten ausgewertet wurden. Danach können Fitnessangebote wie Nordic Walking das Sterberisiko beim Schlaganfall genau so signifikant senken wie eine medikamentöse Therapie.

Körperliche Bewegung ist bei einigen Krankheiten wirkungsvoller als Medikamente.

Für die Studie haben Wissenschaftler der London School of Economics und der Harvard Medical School mehrere Untersuchungen zusammengefasst und dabei die Daten von knapp 340.000 Patienten ausgewertet. Die Diagnosen der Betroffenen reichten von koronarer Herzerkrankung, über Schlaganfall und Herzinsuffizienz bis hin zu einer Vorstufe von Diabetes Typ 2. In den über 300 Studien verglichen die Forscher den Effekt von Bewegung und medikamentöser Therapie auf die Sterblichkeitsrate.

Schlaganfall mit Sport besser behandelbar als mit Medikamenten

Gerade bei koronaren Herzkrankheiten war Bewegung als Therapie genauso effizient oder sogar noch wirksamer als Statine, die häufig zur Senkung des Cholesterinspiegels eingesetzt werden. Am überzeugendsten fielen die Ergebnisse für Menschen aus, die nach einem Schlaganfall in der Rehabilitation waren. In vielen Fällen konnten durch Bewegung deutlich bessere Ergebnisse erzielt werden als durch Medikamente.

Auch bei Patienten, deren Blutzucker-Spiegel vermuten ließ, dass sie Diabetes Typ 2 bekommen könnten, hatte Sport in den meisten Fällen dieselbe Wirkung wie die verordneten Medikamente. Allein bei der Diagnose Herzinsuffizienz waren Diuretika mit ihrer harntreibenden Wirkung die bessere Lösung.

Körperliche Bewegung reduziert den Tablettenbedarf deutlich

Auf jeden Fall sollten – so die Forscher weiter – Patienten über den positiven Effekt aufgeklärt werden, den körperliche Bewegung auf den Tablettenbedarf hat. Sie empfehlen, dass Ärzte künftig auch verstärkt bewegungsorientierte Rezepte verschreiben und Pharma-Unternehmen in ihren Studien die Wirkung von Medikamenten nicht nur mit Placebo-Gruppen, sondern auch mit Sport vergleichen.

Die Wissenschaftler warnen jedoch davor, Medikamente infolge der Studienergebnisse eigenmächtig und ohne Rücksprache mit dem Arzt abzusetzen. Dazu müssten weitere Untersuchungen folgen. Von den über 300 ausgewerteten Studien beschäftigten sich nämlich lediglich 57 mit der Wirkung von Bewegung. Von den knapp 340.000 Patienten waren deshalb nur ca. 15.000 einer körperlich aktiven Gruppe zugeteilt gewesen.

Service

Ein kostenloses Abstract der Studie finden Sie im Internet unter www.bmj.com/content/347/bmj.f5577.

 

Fotocredit: Fotolia blas

 

Themen, die zu diesem Artikel passen:
0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all Kommentare
0
Wir würden gerne erfahren, was Sie meinen. Schreiben Sie einen Kommentar.x