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Zeit für eine Gegendarstellung

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33 Kommentare

  • Der Bayerische Rundfunk und Lobbyismus | unternehmen praxis - up-aktuell.de

    […] Vor Monaten hatte report München, eine Sendung des Bayerischen Rundfunks, mit einer vermeintlichen Enthüllungsstory über angebliche Machenschaften von Physiotherapeuten berichtet: eine Story, die nur so vor Fehlern und Verdrehungen wimmelte (up berichtete am 04.12.2014). […]

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  • Physiokomfort

    Super! :) Danke!

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  • Rafael
    Rafael

    Hallo Kollegen,

    ich kann mir nur der Gegendarstellungsaufforderung anschließen.
    In dem im Beitrag angeführten Beispiel – Rückenschmerzen, oder das nicht schmerzfrei Treppensteigen zu können ist meiner Meinung nach folgendes anzufügen: Wieso wird nicht geprüft ob die Verordnung richtig war?! Gerade das Beispiel Rückenschmerzen ist so geeignet dazu, es ist doch bekannt das Rückenschmerzen ein multikausales Geschehen sein kann. Neben Muskelverspannungen, Gelenkblockierungen können Innere Organe, Medikamente, Narben und Verwachsungen, Skoliosen, Gefäße, Stress, usw. ein Rückenschmerzphänomen auslösen. Hierzu gibt es doch unzählige Studien mittlerweile. In dem Beitrag geht man davon aus dass die Diagnose seitens des Arztes richtig gestellt wurde und wird nicht hinterfragt ob sich hinter dem Rückenschmerz nicht evtl. mehr als Blockierungen und muskuläre Verspannungen befinden. Ein großer Fehler. Und natürlich wird die Physiotherapie in diesem Fall, evtl. nicht das richtige Medium zur Therapie sein. Die Welt ist doch nicht SCHWARZ/WEIß – Rückenschmerzen / Physiotherapie. Die Welt ist bunt, so wie die Rückenschmerzen multikausal sind. Es ist auch hinzuzufügen, dass auch nicht jeder Therapeut, vor allem nach einer Grundausbildung, all diese möglichen Ursachen berücksichtigen, befunden und behandeln kann. Das fällt doch auch den vielen erfahrenen und gut fortgebildeten Therapeuten schwer. All das wird jedoch seitens der Krankenkassen für 15 Minuten Behandlung verlangt. Ein Irrsinn! Ein Irrsinn seitens der heutigen Medizin und des Kassensystems. Ein Mensch ist kein Auto, wo man z.B. die Zündkerzen oder Öl wechseln muss, damit er wieder weiter funktioniert. Aber diese Tatsache beachtet keiner, und hinterfrägt auch nicht. Leider auch nicht unsere Verbände!!!
    Stichwort Evidenz der seitens Uni Köln in Spiel gebracht wird – der Akademischewahn, dem wir unterliegen macht vieles doch nicht besser sondern nur noch komplizierter und schwerer. Wir haben doch schon an Hand von vielen Studien bewiesen das Probleme meistens multikausal sind und ebenfalls eine Kettenreaktion bewirken können. Bei muskulären Verspannungen, postoperativ ist auch Massage, vorausgesetzt richtig durchgeführt, effektiv. Selbst wenn der direkte Zusammenhang oder Erfolg nur durch die Endorfin-Freisetzung ausgelöst wird, so ist es effektiv eine Massage als Therapie zu empfehlen oder gelegentlich zu verordnen. Eine Symptomatische Therapie in diesem Fall, genauso wie Ibuprofen, Diclofenac, Aspirin und viele andere Medikamente.Der gesunde Menschenverstand ist häufig besser als der gesamte Evidenzwahn der uns und das gesamte System umgibt. Die Zuwendung zum Menschen ist wichtig und nicht zu vernachlässigen. Auch das tun die Physiotherapeuten. Vielleicht sollte die Physiotherapie auch aus teilen der Pflegeversicherung mitfinanziert werden. Das nur am Rande…
    Auch die Knieschmerzen bei Patientin die Treppen nicht schmerzfrei steigen kann, können viele Ursachen haben. Das Rad der Ursachen ist der selbe…
    Beste Grüsse an alle und an Ralf Buchner der sich für uns einsetzt.

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  • J. Renner
    J. Renner

    Eine Super-Gegendarstellung. Sachlich u. einwandfrei!!
    Evtl. noch hinzufügen: Über die Wirksamkeit der Massagen gibt es genügend Studien (s. Tiffany Field, Dr. Peter T. Lenhart), welche man im Internet oder über unsere Berufsverbände – VPT erhalten kann.
    Schade, dass hochwirksame Therapien, wie es auch die KMT- Klassische Massage ist, immer wieder schlecht gemacht werden, ich erlebe Tag täglich das Gegenteil.
    Liebe Kollegen, ob Physios oder Masseure, gebt nicht auf, die meisten von uns machen ihre Arbeit gut – sehr gut, natürlich haben auch wir Grenzen. (Josi)

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  • Christine Karam
    Christine Karam

    Eine wirkliche hervorragende Gegendarstellung! Dieser gibt es wohl nichts mehr hinzuzufügen , Die “Journalisten” haben sehr schlecht recherchiert!Es geht denen offenbar schlichtweg um Sensationshascherei! bzw. verwechseln simplerweise hochqualifizierte Physiotherapie mit “Wellnes” was man auf jedem Wochenendseminar beigebracht bekommen kann.

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  • Stephan Hinz

    Wenn wir Physios so arbeiten würden wie die Redakteure von Report würden wir schon längst arbeitslos sein!!Ich bin seit dreizehn Jahren selbständig und behandle ca 98 Prozent Kassenpatienten. Es gibt keinen Spielraum bei den Verordnungen! In meiner täglichen Arbeit mache ich Therapien die ich nicht bezahlt bekomme, aber eine qualitative bessere Therapie für den Patienten bedeutet! Wenn ein Patient Massage verordnet bekommt , untersuche ich ihn immer nach osteopathischen und manualltherapeutischen Aspekten, (dafür habe ich sechs Jahre Zusatzausbildungen bzw ein Studium absolviert!)dafür bekomme ich dann AOK 9,12.-€ ! Ich weiß nicht in welchen Praxen diese “Tests” durch geführt wurden, aber es ist eine Frechheit einen Berufsstand so zu diskreditieren! Wir sind die Berufsgruppe die den Erkrankten die Schmerzen lindern oder gänzlich nehmen und durch unsere präventive Arbeit werden viele Folgererkrankungen vermieden! Was ist mit unseren Verbänden?? Wieder einmal
    NICHTS!!!! Es gibt zuviele Detlefs und spätestens , wenn er unseren Berufsstand braucht,wird er seine Meinung revidieren! Fakt ist, dass ich und viele meiner Kollegen mehr leisten, als sie vergütet bekommen und ob das auch der Detlef machen würde????

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  • Michael
    Michael

    Eine weitere Fechheit in dem Bericht war, dass hier neun Praxen getestet wurden und dann der Eindruck erweckt wird, dass 1/3 der Physiotherapiepraxen in Deutschland mit dubiosen Mitteln arbeiten. Ich bin sehr froh, dass diese Gegndarstellung geschrieben wurde, denn der gesamte Bericht war eine einzige Unverschämtheit unserem Berufstand gegenüber!

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  • Jörn
    Jörn

    Alle sollten Ihren Unmut an den BR senden. Ausserdem sollten wir unsere Verbände auffordern endlich mal gegen solche Deformierungen vorzugehen. Wir verstecken uns, anstatt der Öffentlichkeit und damit auch den Patienten das wahre Vorgehen bei Rezeptierung, Budgetierung, Absetzungen, Preisen, etc.
    aufzuzeigen.

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  • Christine
    Christine

    Liebe Vina,
    danke für Deine Worte an Detlef – mir aus der Seele gesprochen!!!

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  • Vina
    Vina

    Lieber Detlef, danke für nichts!
    Wer beschwert sich denn bei dir? Meiner Meinung nach bist du aus freiem Willen hier auf diese Seite gekommen und hast dir die RICHTIGSTELLUNG (eine Richtigstellung ist keine Beschwerde, hm?!) und folgende Kommentare darunter durchgelesen.
    Und an deinem Kommentar, man solle sich über die Unzufriedenheit oder Zufriedenheit der Patienten seine Ergebnisse einholen, kann ich nur sagen, dass mir das leider auch kein besseres Gehalt oder schönere Arbeitsbedingungen einbringt, denn genau diese Patienten, haben nämlich keine Ahnung von dem was ich den ganzen Tag leiste, geschweige denn welchen lächerlichen Verdienst ich habe, auf Fortbildungen gehe, diese selber zahle und dafür unbezahlten Urlaub nehme usw…. Und weißt du warum? Weil ich nie auf die Idee kommen würde meine Patienten damit zu behelligen! Ich bin aufmerksam, nett, höflich und höre mir jeden Tag unzählige Patientenbeschwerden an, auch wenn mir manchmal nicht danach ist …und genau das tun die meisten meiner Kollegen Tag um Tag und dann kommst du und willst uns verbieten uns auf einer öffentlichen Plattform zu rechtfertigen? Wir halten schon viel zu lange den Mund und wir sind immer noch so taktvoll und versuchen unsere Patienten von den Missständen in unserem Beruf nichts merken zu lassen und ich hoffe, dass du einen wunderbaren Job hast, für welchen du angemessen vergütet wirst und dass keiner auch nur es wagt deine Arbeit in ein schlechtes Licht zu rücken, denn nur so kann ich mir deinen völlig empathiefreien Kommentar erklären. Beste Grüße

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  • Steffi
    Steffi

    Ergänzungsvorschlag zu Nr. 9
    Für jede einzelne therapeutische Kassenleistung existiert eine exakte Leistungsbeschreibung.

    Ergänzungsvorschlag
    Behauptung 10: “Es wird auch manches gemacht, wo die Evidenz fehlt.” – falscher Eindruck wird erweckt

    Was Kassenleistung ist und was nicht, obliegt nicht dem Therapeuten, sondern wird von der Heilmittelrichtlinie vorgegeben. Die Therapien, die dort aufgeführt werden, dürfen bei vorliegender Indikation vom Arzt verordnet und nur bei vorliegender ärztlicher Verordnung vom Therapeuten durchgeführt werden, Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für alle in der Heilmittelrichtlinie aufgeführten Therapien. Die Heilmittelrichtlinie schließt Maßnahmen, deren Nutzen nicht nachgewiesen ist, von der Verordnungsfähigkeit aus. Dort heißt es:

    § 5 Nichtverordnungsfähige Heilmittel
    In der Anlage zu dieser Richtlinie ist die Übersicht über Maßnahmen, deren therapeutischer Nutzen nach Maßgabe der VerfO nicht nachgewiesen ist, Indikationen, bei denen der Einsatz von Maßnahmen, deren therapeutischer Nutzen nachgewiesen ist, nicht anerkannt ist und Maßnahmen, die der persönlichen Lebensführung zuzuordnen sind,
    gelistet. Diese sind im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nicht verordnungsfähig. Die Übersicht wird in regelmäßigen Abständen dem Stand der medizinischen Erkenntnisse folgend ergänzt oder aktualisiert.

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  • Fred Wessels

    Moin, Danke für die Gegendarstellung. Report hat ein weiteres Mal eine schlechte Recherche sowie schlampigen Journalismus an den Tag gelegt. Nicht das erste Mal. Trotzdem können diese “Reporter” uns mit diesen Beiträgen sehr schaden. Ich hoffe das die Verbände mit rechtlichen Schritten antworten … oder passiert mal wieder nichts?

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  • Petra Zimmermann Sprachtherapeutin

    Hallo, liebe Kollegen, habe den Beitrag auch gesehen und war entsetzt.
    Sag mir nur einer, wie viele Ärzte gibt es denn, die genervt und überfordert sind und “irgend etwas machen” Dabei sind sie nicht richtig informiert und schaden.
    Habe ich selbst erlebt: “Nein!!!!, das ist kein Rheuma, niemals!”
    Bin selber in die Klinik gegangen, hatte eine seropositive rheumatoide Arthritis und bin zu 50% schwerbehindert. O-Ton des Klinikarztes: wenn Sie eher gekommen wären, hätten wir noch etwas machen können.
    Hätte ich damals nicht meine Physiotherapeutin gehabt, die so nachdrücklich gesagt hat, ich solle beharrlich sein, wer weiß, was jetzt wäre!!!

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  • Fritz Lang

    Was wirklich unqualifiziert ist die Redaktion und der gesamte Beitrag.

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  • Edgar Lerch
    Edgar Lerch

    Vielen Dank für die sachliche Richtigstellung! Die rechtlichen Schritte werden gerade von uns (VDB) geprüft und eingeleitet.

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  • Detlef Theede
    Detlef Theede

    Sein wir doch mal ehrlich… Wenn ich Patient bin, weiß ich doch gar nicht, was ab Behandlung erforderlich für mich in Bezug auf mein Rezept ist. Vielleicht hat der Therapeut auch heute nicht wirklich Lust mich zu behandeln, weil ihn z.B gerade seine Freundin verlassen hat. Dann macht er irgendetwas mit mir, was ich eh nicht nachvollziehen kann nur damit er sich vor seiner Verletzlichkeit schützen kann. So Gläsern wie in dieser Darstellung ist es wohl nur für andere Therapeuten nicht für den Patienten. Natürlich ist man sauer wenn man sich von einer Reportage angegriffen fühlt. Man neigt dazu, sich sofort zu wehren, anstatt es einfach mal so stehen zu lassen und die eigentliche Reputation durch die Zufriedenheit oder Unzufriedenheit der eigenen Patienten auf die Probe zu stellen. Ich habe ehrlichgesagt keine Lust von einem Therapeuten zu hören wie böse die Welt ist, dann soll er Taxifahrer werden oder gleich Arzt. Mein Interesse ist schmerzfrei zu sein oder zumindest schmerzfreier zu werden. Da hilft jetzt kein Zetern sondern nur seine orginären pflichtgemäß wahrzunehmen. Schöne Grüße von der Insel. Detlef Theede…

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  • Ulf Pape

    Sicherlich gibt es in der Physiotherapie auch Mängel. Doch hier wird die ganze Zunft pauschal infrage gestellt. Es gibt klasse Physiotherapeuten und am anderem Pol auch grotten schlechte. Das ist so bei den Ärzten, bei den Lehrern – und wo auch nicht – kaum anders! Zwischen beiden Polen liegt das Gros der Physiotherapeuten. Kritik ist wichtig! Doch wenn hier die ganze Zunft über einen Kamm gescherrt wird, so ist das auf einem Niveau, welches unterhalb der Bildzeitung liegt. Ich würde das als Mobbing einer ganzen Berufsgruppe bezeichnen. Das ist m.E. ein Missbrauch der Pressefreiheit, zugunsten einer Stimmungsmache. Es ist auch ziemlich einseitig mit evidenzbasierten Studien zu argumentieren. In Studien fällt die sowohl Individualität einzelner Therapeuten unter den Tisch als auch die Spezifik einzelner Patienten – ebenso das Therapeut-Patient-Verhältnis. Auch die Möglichkeit der Bündelung verschiedener Therapieansätze wird nicht beleuchtet – und damit die Fähigkeit einzelner wirksame problembezogene Behandlungsstrategien zu entwickeln. Im Letzteren sehe ich eher einen Mangel. Hinzu kommt, dass viele Ärzten von den Möglichkeiten, was Physiotherapie leisten kann, überhaupt keine Ahnung haben. Auch das Schlechtmachen von Massagen basiert auf Unkenntnis. Man kann z.B. Massagen mit Dehnungen, Akupressur, Gelenkmobilisationen und mit aktiver Bewegung hervorragend kombinieren – eben dann wenn man auch quer denkt, sich nicht an starre inkompetente Vorgaben hält. Es vermute mal, dass die Macher dieses Report-Beitrages, schlichtweg keine Ahnung haben über was sie dort recherchierten und berichteten. Auch frage ich mich, ob die Krankenkassen jene Kompetenz haben, die sie vorgeben. Man kann hoch komplexe Probleme nämlich sehr oft nicht im 20 Minutentakt lösen. Doch darüber findet man in diesem Beitrag nichts.

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  • Gudrun König
    Gudrun König

    Zu 5 möchte ich noch hinzufügen, dass es eine Studie gibt, die einen Fachkräftemangel von Physiotherapeuten bis zum Jahr 2020 mit 30% benennt.
    Zu 8 möchte ich hinzufügen, dass sich gerade seit ca 5 Jahren sehr viele PT’s sogar über ein Studium 2 1/2 Jahren dauerndes Studium akademisieren, um ihre berufliche Qualität zu verbessern.
    Seid ihr da in Bayern hinterm Mond unterwegs?
    Es gibt leider immer schwarze Schafe, aber heißt das gleichzeitig, dass ihr euch rausnehmem dürft, einer ganzen Berufsgruppe derart respektlos und arogant überheblich zu begegnen.
    Früher oder später braucht auch ihr uns.

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  • Martin Kind

    Ich habe mich schon vor wenigen Wochen am 20.10.14 über den Bayrischen Rundfunk aufgeregt: https://www.facebook.com/l.php?u=http%3A%2F%2Fwww.br.de%2Fradio%2Fb5-aktuell%2Fprogrammkalender%2Fsendung935874.html&h=xAQFDugmO + hier noch ein weiteres Soundfile: https://www.facebook.com/l.php?u=http%3A%2F%2Fcdn-storage.br.de%2FiLCpbHJGNL9zu6i6NL97bmWH_-bG%2F_AES%2F5AFG_2NG%2F141019_0915_Der-Funkstreifzug_Darfs-ein-bisschen-mehr-sein—Wenn-Physiot.mp3&h=xAQFDugmO

    Was läuft da gerade gegen unseren Berufsstand? Ein Wahnsinn. Ich hatte daraufhin Kontakt mit dem IfK aufgenommen und auch meine Meinung dem BR geschickt, weil es mich so geärgert hatte. Bis heute habe ich vom BR gar keine Nachricht erhalten vom IfK wurde nur geäußert, dass man Kontakt aufnehmen wolle. Was dabei rauskam, hat man ja am Di gesehen. Im Fil kann man bei Frau Repschläger ja fast meinen (ich hoffe, es ist aus dem Kontext gerissen), dass sie die Art und Weise wie es in den besuchten Praxen lief, verteidige. Ich hab Blutdruck, jetzt.

    ===================================================================
    Hier mein Standpunkt, welchen ich dem BR am 20.10. mitgeteilt habe:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    Ihr oben genannter Beitrag vom Sonntag ist eine Gemeinheit und ein heftiger Tritt gegen die Schienbeine unseres Berufsstandes der “Physiotherapeuten”. Sie pauschalisieren hier und kehren alle Physios über einen Kamm als Betrüger. Das kann nicht sein.
    Wie alle Menschen müssen auch wir Physiotherapeuten von unserer Arbeit leben. Aber deswegen habe ich es nicht notwendig zu betrügen. Unsere Patienten kommen gerne in unser Haus, Vertrauen auf unseren Rat und bezahlen gerne optional angebotene Leistungen zusätzlich. Gezwungen wird deshalb niemand.
    An Kassenverordnungen geknüpfte Barleistungen sind nach dem Vertrag verboten. Für uns kein Problem.
    Zu den genannten Leistungen, welche von uns Physios angeblich zwanghaft dazu verkauft werden. Glauben Sie denn wirklich, ein Patient bezahlt etwas, was ihm nicht gut tut? Patienten sind doch keine Masochisten oder dumme Menschen! Im Gegenteil: es gibt in Deutschland Bestrebungen, dass den Therapeuten mehr Autonomie zuteil wird (https://www.ifk.de/verband/aktuell/ifk-innovationsprojekte | https://www.ifk.de/images/stories/pdf/PT_610_Modellvorhaben.pdf ). Genau aus dem Grund, weil wir unsere Leistungen und unsere Techniken und deren Leistungsfähigkeit kennen. Ich selbst habe zwei Ärzte in der Familie und mehrere im Bekanntenkreis aus verschiedenen Fachrichtungen. Von denen hat keiner eine Ahnung wie unsere Leistung am Patienten aussieht bzw. funktioniert. Aber aufschreiben soll er sie auf Rezept.
    Ein verantwortlich arbeitender Physio wird fast keine Massage mehr machen. Nicht weil die Leistung schlecht ist, sondern weil er mit anderen Techniken deutlich mehr Erfolg hat. Wir zeichnen uns doch nicht damit aus, dass wir die Patienten solange wie möglich in der Praxis halten – wir zeichnen uns aus, wenn wir die Menschen so schnell als möglich wieder zurück in ihren Alltag bekommen und sie so lange wie möglich unseren Praxen fern bleiben. Zumindest wenn es um Therapie geht.
    Präventionsleistungen sollen sie natürlich in Anspruch nehmen. Aber das macht auch Sinn – und hier bezahlt doch nur der, der in der angebotenen Leistung Erfolg sieht und diesen erfährt. Niemand anders.
    Osteopathie auf Kassenrezept (wie im Artikel dargestellt), ist die Ausnahme von Kollegen, welche das System nicht verstanden haben, bzw. ein hohes Haftungsrisiko auf sich nehmen. Osteopathie ist rein haftungstechnisch nicht abgedeckt bei einem KG-Rezept. Osteopathie unterliegt der Heilkunde und darf nur von Ärzten oder Heilpraktikern selbstständig ausgeübt werden. Physiotherapeuthen nur im Delegationsverfahren (Privatverordnung von Arzt oder Heilpraktiker). Wer den Patienten als Physiotherapeut ohne Heilpraktische Genehmigung osteopathisch anfasst, hat hier bereits verloren und seine Aufgabenstellung und Verantwortung nicht ernst genommen. Aber es ist eine Frechheit, dass Sie so etwas als allgemeinen Stand der Dinge kommunizieren.
    Zu Ihrer Information: Osteopathie wird in Deutschland berufsbegleitend unterrichtet. Die meisten Osteopathen in Deutschland (Quelle https://www.bv-osteopathie.de/ ) sind Physiotherapeuten. Die Ausbildungszeit liegt bei rund 5 Jahren bzw. minimum 1350 (!!) Unterrichtsstunden. Meinen Sie, wenn ich mir so eine Ausbildung leiste bzw. antue gefährde ich meine Zulassung, weil ich als Betrüger unterwegs bin. Bestimmt nicht. Dafür habe ich viel zuviel Geld, aber vorallem Fleiß, Freizeit, Verzicht auf Familienzeit in diese(n) Beruf(ung) investiert.
    Ich gehe gerne in die Arbeit, erfülle meine Aufgabe zu helfen mit Leidenschaft. Davon muß und möchte ich auch Leben. Aber glauben Sie mir: ich kann das auch ohne Betrug. Denn wenn Patienten, oder nennen wir sie jetzt Menschen, ehrlich und gut betreut werden, sind sie auch jederzeit bereit für Leistung zu bezahlen. Auch wenn Sie nicht direkt(!) von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. Mittlerweile übernehmen sehr viele gesetzliche Krankenkassen die Kosten einer osteopathischen Behandlung ganz oder teilweise. Hier finden Sie eine komplette Übersicht: https://www.bv-osteopathie.de/de-kostenerstattung.html
    Ich bin erschüttert und habe auch mit unserem Verband Rücksprache gehalten. Ich hoffe, dies geht nicht spurlos an der Redaktion vorbei.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Ihr Martin Kind
    ======================================================================

    Das dürfen wir uns nicht gefallen lassen, so eine negative Stimmungsmache ohne belastbare Argumente. Danke Firma Buchner, für Eure Gegendarstellung!

    Herzliche Grüße,
    Martin Kind

    Antworten
  • Martin Akemeier
    Martin Akemeier

    Auch wir haben uns richtig aufgeregt! Ja diese Gegendarstellung ist wohl mehr als notwendig! Besten Dank!

    Antworten
  • Ingo
    Ingo

    TOP. Nichts hinzuzufügen.

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  • Jörg Spriewald

    Vielen Dank für diese ausführliche Gegendarstellung! :-)

    Antworten
  • Evemarie Kaiser
    Evemarie Kaiser

    Super Ihre Gegendarstellung mit der Auflistung der Falschmeldungen!
    Bei Behauptung 7 wurde ja vom “Bademeister” gesprochen, deshalb sollte in Ihrer Richtigstellung die offizielle und deshalb auch korrekte Berufsbezeichnung genannt werden, nämlich Masseur und med. Bademeister!

    Antworten
  • Nicole Frielitz
    Nicole Frielitz

    Vielen Dank für diese klären Worte. Liebe Grüsse Nicole Frielitz

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  • Oliver Zauritz

    Vielen Dank für diese klare Gegendarstellung. Ich werde sie auch an die entsprechenden Kollegen, Schulen und die Interessengemeinschaft bayrischer Massageschullehrer IGBM weiterleiten.

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  • Michael Müller
    Michael Müller

    Danke für diese Gegendarstellung, bitte überall teilen und publizieren!

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  • Gabriele Kayser
    Gabriele Kayser

    Danke,sehr gut klargestellt und erläutert.

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  • Horst Pieper-Patalas
    Horst Pieper-Patalas

    So stimmt es!!!! Sehr gute Gegendarstellung !

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  • Frank
    Frank

    Sauber!

    Habt ihr das den Redakteuren von Report München auch geschickt? ;)

    Viele Grüße!

    Antworten
    • Ralf Buchner

      @Frank: Nein, wir können das nicht an report München schicken, weil ich kein Physiotherapeut bin. Aber ich stelle gern alle Unterlagen zur Verfügung, denn tatsächlich werden im Bericht falsche Tatsachenbehauptungen aufgestellt, die man rechtlich mit einer Gegendarstellung angreifen kann.

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