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Mindestlohn braucht höhere Kassensätze!

Liebe Leserinnen und Leser,

seit Anfang des Jahres gilt der Mindestlohn in Deutschland. Kein Thema für Therapeuten? Aber sicher doch – besonders im Osten der Republik. Denn der neue Mindestlohn gilt in ganz Deutschland, also auch in den östlichen Bundesländern mit ihren leider noch immer erheblich niedrigeren Kassensätzen.

Aufgrund der geringeren Einnahmen liegen die Einstiegsgehälter für Therapeuten in Ostdeutschland teilweise unter dem nun gültigen Mindestlohn. Durch dessen flächendeckende Einführung am Jahresanfang werden nun also Lohnerhöhungen für diese Therapeuten fällig. Bei einer 40- Stunden-Woche muss das Bruttogehalt in einem arbeitgeberfreundlichen Monat (23 Arbeitstage) mindestens 1.564 Euro betragen. Mit den momentan gültigen Kassensätzen im Osten lassen sich diese Lohnkosten jedoch nicht in jeder Praxis finanzieren.

Die Taxifahrer haben es bereits geschafft: Mit der Einführung des Mindestlohns haben sie die Städte und Gemeinden bundesweit dazu bewegt, die Preise um rund 20 Prozent anzuheben. Ihr Argument: Die deutlich gestiegenen Personalkosten.

Das gleiche Argument gilt auch für Heilmittelerbringer. Schließlich sind die Personalkosten der Hauptkostenblock einer Praxis. Wenn die Ausgaben jetzt im Osten ganz deutlich steigen, dann wird es höchste Zeit, dass endlich auch die Kassensätze angehoben werden – zumindest auf Westniveau, auch wenn selbst dies nicht wirklich kostendeckend ist. Der Gesetzgeber hat es selbst so beschlossen: Indem er das Unterschreiten des Mindestlohns verbietet, bleibt den Heilmittelerbringern nur die Option, ihre höheren Personalkosten durch höhere Kassensätze zu kompensieren. Wenn deutschlandweit der gleiche Mindestlohn gilt, dürfen sich auch die Kassensätze in Ost und West nicht unterscheiden.

Herzliche Grüße Ihr

Ralf Buchner

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