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AOK Hessen handelt gegen eigene Rahmenverträge

AOK Hessen handelt gegen eigene Rahmenverträge

Die AOK Hessen kürzt die Vergütung, wenn eine längere Unterbrechung zwischen zwei Behandlungsterminen nicht mit der Krankheit des Patienten begründet wird. Das entspricht leider überhaupt nicht den von der AOK Hessen abgeschlossenen Rahmenverträgen. Deswegen ist die Kürzung unzulässig und muss im Zweifel vor dem Sozialgericht erstritten werden.

Es lohnt sich wieder einmal, die Rahmenverträge zu lesen: Bei den Physiotherapeuten und Ergotherapeuten heißt es zwar: „Wird die Behandlung länger als 10 Tage [es gelten 14 Kalendertage] unterbrochen, verliert die Verordnung ihre Gültigkeit. Dies gilt nicht in begründeten Ausnahmefällen wie bei Krankheit des Patienten.“ Nun behauptet die AOK Hessen, damit sei ausschließlich die Krankheit des Patienten gemeint. Das „wie“ scheint aber vielmehr als Beispiel stellvertretend für andere Ausnahmen zu stehen.

Eigentlich deutet die AOK Hessen das auch so, nämlich im ganz aktuellen Rahmenvertrag aus dem März 2015 mit den Logopäden. Dort gibt es alle gängigen Kürzel für Unterbrechungen zwischen zwei Behandlungen: T, K, F/U – und die Logopäden dürfen sogar bis zu 28 Kalendertage unterbrechen, genauso wie die Ergotherapeuten. Physiotherapeuten müssen mit 20 Kalendertag Unterbrechung auskommen. Und die AOK Hessen muss zahlen, auch wenn es einen anderen Grund für die Unterbrechung gibt als die Krankheit des Patienten.

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