Ausgabe up 3-2018 | Rubrik Branchennews

BGH: Bewertungsportal muss Profil einer Ärztin löschen

vom: 22.02.2018
Foto von Metall-Statue der Justitia, römische Göttin der Gerechtigkeit

Das Online-Bewertungsportal Jameda muss erstmals einen Eintrag vollständig löschen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe im Falle einer Ärztin entschieden und damit seine bisherige Rechtsprechung in einem wesentlichen Punkt geändert: Das Portal, auf dem Informationen über Ärzte und auch andere Heilberufler, wie Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten, kostenfrei abgerufen werden können, habe durch seine Praxis der Sonderkonditionen für zahlende Kunden die „Stellung als neutraler Informationsvermittler verlassen“, heißt es in der Urteilsbegründung. Die klagende Ärztin habe ein schutzwürdiges Interesse, dass ihre Daten nicht gespeichert werden, so der BGH.

Im konkreten Fall hatte sich eine Kölner Dermatologin seit 2016 dagegen gewehrt, dass sie gegen ihren Willen mit einem Eintrag in dem Bewertungsportal aufgenommen war und auf ihrer Seite Anzeigen mit Details zu konkurrierenden Kollegen angezeigt wurden, die bei Jameda ein „Premium-Paket“ abgeschlossen hatten.

Trotz des Urteils werde Jameda kein Arzt-Profil löschen. Anzeigen von Konkurrenten auf kostenlosen Profilen seien nach Vorgaben der Bundesrichter mit sofortiger Wirkung entfernt worden, so das Münchner Unternehmen (Az.: VI ZR 30/17).

Bildnachweis: iStock: Berezko

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