Ausgabe up 5-2018 | Rubrik Branchennews

Kritik an AOK Sachsen-Anhalt: Reichste Kasse Deutschlands zahlt niedrigste Vergütung

vom: 09.04.2018

Die AOK Sachsen-Anhalt steht in der Kritik: Mit Gesamtrücklagen von knapp 512 Millionen Euro und Rücklagen pro Versicherten von 340 Euro gilt sie laut Bundesanzeiger als eine der reichsten Krankenkassen Deutschlands. Doch Leistungserbringer wie Physiotherapeuten oder Pflegekräfte klagen über eine schlechte Vergütung durch die Kasse. Das berichtete kürzlich die Mitteldeutsche Zeitung (MZ).

Der durchschnittliche Verdienst der Therapeuten liegt laut Statistiken der Bundesagentur für Arbeit bei etwa 1.650 Euro brutto, für Praxisinhaber nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben bei rund 2.140 Euro monatlich.

Kasse weist Kritik zurück

Die AOK wehrt sich gegen die Kritik der Verbände. Sie sei bereit, den Physiotherapeuten, mit denen derzeit noch Verhandlungen laufen, mehr Geld zu zahlen, erklärte AOK-Chef Ralf Dralle gegenüber der MZ. Es müsse aber garantiert werden, dass das Geld auch bei den Angestellten ankomme.

Dem entgegnet der Bundesverband selbständiger Therapeuten (IFK): Laut Zahlen aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit seien die Angestelltengehälter in Sachsen-Anhalt 2016 um 4,39 Prozent gestiegen, obwohl die Preise im Jahr zuvor bei der AOK nur um 3,67 Prozent erhöht wurden. Der Minutenpreis einer Krankengymnastik betrage bei der AOK Sachsen-Anhalt 0,74 Euro. Das liege 24 Cent unter dem Wert des vdek, der diese Position mit 0,98 Euro pro Minute vergütet, heißt es in einer IFK-Mitteilung.

Bildnachweis: Fotolia: anmaro

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  • Die Aussagen der Aok Sachsen Anhalt sind eine absolute Frechheit. Was bildet sich der medizinische Nichtfachmann Dralle da ein. Die AOK schiebt ja indirekt den Verbänden die Schuld an ihrer eignen „Minimalzahlungsmoral“ zu.Seit ich mich erinnern kann enden Tarifverhandlungen in langwierigen (sicher auch teuren) Schiedsverfahren.Die Attraktivität des Berufes geht bei der Jugend gen Null. Schuld daran ist auf lange Sicht auch die Kurzsichtigkeit der AOK, die mit ihren fachlichen leistungserbringenden „Partnern“ schon fast menschenverachtend umgeht. Es wird(aber auch mit Wissen der Politik) billigend in Kauf genommen, dass es in den Praxen oft zugeplante Mittagspausen gibt und des tägliche Arbeitsende ein „open end“ ist. Arbeitgeber zahlen nicht nur Lohn, nein(!) auch in vielen Fälken die notwendigen Fortbildungen und die betriebliche Altersvorsorge zur späteren sozialen Absicherung. Die Fortbildungskosten für meim Personal lag in drn letzten 3 Jahren bei ca. 8500 €. Ist so etwas kassenseitig bekannt oder erweist sich hier wiederholt eine „Praxisferne“??!! Wie hoch ist eigentlich das Gehalt und welche Steigerungsraten gibt es für leitende AOK- Angestellte, die medizinisch – fachlich ohne jegliche Bedeutung für den einzelnen Patienten und den Kampf um ein hohes deutsches Gesundheitsniveau sind??!!

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