Ausgabe up 5-2018 | Rubrik Branchennews

Keine Angst vor dem Nutzennachweis: G-BA nimmt es mit der Evidenz nicht so genau

vom: 07.05.2018

Manchmal traut man seinen Augen kaum: Da verweigert der G-BA seit Jahren die Kostenübernahme für Behandlungen mit dem Hinweis, die Wirksamkeit sei nicht ausreichend wissenschaftlich belegt, und dann steht es groß in der Ärzte-Zeitung: „GBA rät zu Therapie ohne Evidenz bei diabetischem Fuß“.

Sicher ein Missverständnis, aber nein. Der G-BA selbst räumte in einer Pressemitteilung vom 21. September 2017 bereits ein, Patienten mit einem schweren diabetischen Fußsyndrom die ambulante Behandlung mit der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO) „trotz eines nicht eindeutig belegten medizinischen Nutzens“ zu eröffnen. Der Grund: „In Studien wurden Anhaltspunkte gefunden, wonach sich Wunden, die unter der Standardtherapie nicht zu heilen beginnen, bei einer zusätzlichen HBO besser schließen.“

Während der G-BA also seine Entscheidung auf Anhaltspunkten gründet, führt Prof. Stephan Martin, Chefarzt für Diabetologie und Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums (WDGZ) in Düsseldorf, in der Ärzte-Zeitung gleich mehrere Studien auf, die zu dem eindeutigen Ergebnis kommen, dass sich Heilungs- und Amputationsraten durch HBO nicht verändert haben. An wissenschaftlichen Untersuchungen scheint es also nicht zu mangeln.

Fazit: Vor dem Nutzennachweis muss man sich wohl nicht mehr fürchten. Denn scheinbar nimmt es der G-BA mit der Evidenz doch nicht so genau.

(Visited 155 times, 1 visits today)
Themen: Alle Artikel, Branchennews, Branchennews Aktuell
Stichwörter: , , , , ,

Ähnliche Artikel