Ausgabe up 7-2018 | Rubrik Abrechnung

GKV-HIS 2017: Höhere Umsätze, schlechtere Versorgung

vom: 06.06.2018

Die Umsätze der Heilmittelerbringer mit der GKV haben in 2017 mit 4 Prozent zwar leicht zugenommen, aber die Anzahl der Behandlungen ist stark rückläufig. Das zeigt der Bundesbericht des GKV-HIS 2017. Im vergangenen Jahr rechneten Therapeuten 24 Millionen Behandlungseinheiten weniger mit der GKV ab als noch 2016. Das entspricht einem Rückgang von immerhin 7,5 Prozent.

2017 rechneten Therapiepraxen 6,75 Milliarden Euro für Heilmittel zu Lasten der GKV ab. Das entspricht einem Zuwachs von rund 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Zuwachs verteilt sich auf die einzelnen Fachrichtungen. Das höchste Umsatzwachstum verzeichneten erneut die Podologen (+6,4%), gefolgt von den Logopäden (+4,8%), den Ergotherapeuten (+4,3%) und den Physiotherapeuten (+3,8%). In absoluten Zahlen gewinnen die Physiotherapeuten 176 Mio. Euro hinzu, die Ergotherapeuten 41 Mio. Euro, die Logopäden 33 Mio. Euro und die Podologen 12 Mio. Euro.

Zahl der Behandlungen sinkt

Doch der akzeptable Zuwachs verschleiert ein wenig, dass die Zahlen der GKV in Wirklichkeit auf ein Versorgungsproblem hindeuten. Denn betrachtet man die tatsächlich durchgeführten Behandlungen sieht die Entwicklung für die Patienten nicht gut aus. Die Therapeuten erbrachten 2017 insgesamt 24 Mio. Behandlungseinheit weniger als 2016. Das entspricht einem Behandlungsrückgang von 7,5 Prozent. Wenn man diese Behandlungen auf die Patienten umrechnet, gab es je 1.000 Versicherte im vergangenen Jahr 4.198 Behandlungseinheiten. Das sind 74 Termine bzw. 1,7 Prozent weniger Behandlungen weniger als 2016.

Vor dem Hintergrund steigender Bedarfe für Heilmittel aufgrund demographischer Entwicklung, steigender Geburtsraten und der von den Kassen festgestellten Unterversorgung der Versicherten mit bestimmten Krankheitsbildern, sollten diese Zahlen zum Anlass genommen werden, noch einmal ganz genau zu prüfen, inwieweit die aktuellen Überlegungen des G-BA zur Neufassung der HeilM-Richtlinie wirklich dazu beitragen, die Versorgung der Bevölkerung zu verbessern.

In der up|printausgabe 07|2018 finden sie Grafiken und weitere Auswertungen zum Thema.

Bildnachweis: iStock: Zmiy

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