Studie belegt positive Effekte von Hippotherapie bei MS – Neubewertung der Kostenübernahme durch G-BA angestrebt

vom: 13.06.2018

Symptome der Multiplen Sklerose wie Gleichgewichtsstörungen, schnelle Ermüdbarkeit und Spastizität lassen sich durch Hippotherapie signifikant verbessern. Das belegt eine aktuelle Studie, die im britischen Multiple Sclerosis Journal veröffentlich wurde. Sie ist die erste weltweit, die die positiven Effekte der Hippotherapie bei MS-Patienten auf höchstem wissenschaftlichem Niveau, der Evidenzstufe 1, nachweist.

Verweigert der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Kostenübernahme für Therapien, geschieht dies häufig mit dem Hinweis auf darauf, die Wirksamkeit sei nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Mit dieser Begründung wurden auch bislang die Kosten für die Hippotherapie nicht von den Krankenkassen getragen. Das soll sich nun ändern. Denn auf Grundlage der vorliegenden Daten aus der Studie „Hippotherapy for patients with multiple sclerosis: A multicenter randomized controlled trial (MS-HIPPO)“ werde eine Neubewertung durch den G-BA angestrebt, die zur Kostenübernahme führen solle, heißt es in einer Pressemitteilung der Willi Drache Stiftung, die die Studie finanziert hat. Initiiert wurde sie vom Zentrum für Therapeutisches Reiten Johannisberg e.V.

70 Personen, 5 Orte, 12 Wochen

Die 70 teilnehmenden Personen (57 Frauen und 13 Männer) wurden per Zufallsprinzip in eine Interventions- und eine Kontrollgruppe eingeteilt. Während alle Studienteilnehmer ihre Standardtherapie weiter fortsetzten, erhielt die Interventionsgruppe über einen Zeitraum von zwölf Wochen zudem einmal wöchentlich Hippotherapie. Diese folgte den Richtlinien des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten e.V. (DKThR). Bereits nach sechs Wochen zeigten sich in der Hippotherapiegruppe, verglichen mit der Kontrollgruppe, deutlich stärkere Verbesserungen, die für die Patienten alltagsrelevant waren. Diese Ergebnisse bestätigten sich auch nach zwölf Wochen: Obwohl sich das Gleichgewichtsgefühl in beiden Gruppen verbesserte, geschah dies in der Interventionsgruppe signifikant stärker. Darüber hinaus wurde in der Gruppe, die Hippotherapie bekam, ein wesentlich höherer positiver Effekt auf die Lebensqualität und andere MS-spezifische Symptome wie Fatigue und Spastizität beobachtet, informiert die Willi Drache Stiftung.

Therapie auf dem Pferderücken

Bei der Hippotherapie handelt es sich um eine Form der Krankengymnastik, die ein Therapiepferd als Medium verwendet. Während das Pferd geführt wird, sitzt der Patient auf dem Rücken des Tieres. Ein Physiotherapeut geht sichernd daneben und gibt Anweisungen. Während der Hippotherapie gehen die Schwingungen des Pferdes auf das Becken des Menschen über. Die so entstehenden Impulse trainieren Haltung und Gleichgewicht. Sie sorgen zudem dafür, dass sich die Muskelspannung normalisiert.

Bildnachweis: iStock: triloks

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