Ausgabe up 8-2018 | Rubrik Politik

„Diejenigen, die da sind, sind genau die Richtigen“

vom: 02.08.2018

Interview mit Albrecht Schürhoff, Moderator der 2. Open-Space-Zukunftskonferenz

Albrecht Schürhoff ist systemischer Berater. Seit 20 Jahren arbeitet er im Bereich Organisations- und Personalentwicklung und begleitet Unternehmen in Change-Prozessen. Vor diesen Hintergrund leitet er auch Großgruppen-Veranstaltungen, bei denen es um Veränderungs- und Entwicklungsprozesse geht – wie die Open-Space-Konferenz am 8. September. Deren Moderation übernimmt er als Seniorberater der initio Organisationsberatung, die auch bereits bei der 1. Open-Space-Konferenz in Schleswig-Holstein involviert war.

Herr Schürhoff, für alle, die den Begriff noch nicht kennen: Was ist eine Open-Space-Konferenz?

SCHÜRHOFF: Das Format Open Space stammt ursprünglich vom US-amerikanischen Organisationsentwickler Harrison Owen. Im Kern hat es zum Ziel, alle Beteiligten zusammenzubringen, in Aktion zu bringen – und zwar mit einem Maximum an Selbstorganisation und Selbstverantwortung.

Wodurch unterschiedet sich das Format von anderen, „klassischen“ Konferenzen?

SCHÜRHOFF: Open Space unterscheidet sich grundsätzlich von anderen Konferenzen, bei denen Organisatoren, Veranstalter oder Moderatoren die Themen vorgeben. Bei Open-Space-Konferenzen sind die Teilnehmer selbst die Ideengeber und die Moderatoren der Anliegengruppen. Deren Themenformulierung und -bearbeitung liegen vollständig in ihrer Hand. Mein Unterstützerteam und ich geben den Rahmen vor, moderieren aber – mit Ausnahme von Beginn und Ende der Veranstaltung – keine Inhalte.

Wie profitieren die Teilnehmer vom Open-Space-Konzept?

SCHÜRHOFF: Alles findet in einem Raum statt. So entsteht eine maximal einladende Atmosphäre. Die Teilnahme an den Workshops ist jedoch freiwillig. Wer lieber im Raum flanieren oder sich von einer Gruppe in die andere bewegen möchte, kann und soll dies tun. Wir nennen dies das „Gesetz der Füße“. Es ist eine der Regeln des Formats, die ich als Moderator zu Beginn vorstelle und die auch auf Plakaten im Raum aufgehängt werden. „Diejenigen, die da sind, sind genau die Richtigen“ ist eine weitere dieser Regeln. Sie drückt Vertrauen in die Teilnehmer aus und bestärkt sie darin, aktiv zu werden.

Was erwarten Sie sich als Moderator von der Veranstaltung in Essen? Was würden Sie sich wünschen?

SCHÜRHOFF: Ein gelingender Open Space sieht so aus, dass ich als Moderator am Anfang mit einer Kerngruppe ein Thema erarbeite, das so dringlich formuliert ist, dass es ein Maximum der Teilnehmer anspricht und in Aktion bringt. Dadurch inspiriert werden viele Teilnehmer Anliegen vorbringen und diese in Workshops und Gruppenarbeiten eigenständig mit anderen Teilnehmern erarbeiten, moderieren und die Ergebnisse dokumentieren. Auf einer großen Anliegen-Wand werden die Ergebnisse dann präsentiert und mit den anderen Anwesenden geteilt. Abschließend findet eine weitere Workshop-Runde statt, in der an Vorhaben gearbeitet wird. Im Idealfall bleiben nach der Präsentation der Ergebnisse einige dieser Arbeitsgruppen zusammen, arbeiten netzwerkartig weiter an diesen Vorhaben und machen sie zu zukunftsfähigen Projekten.

Mehr über den genauen Ablauf der Open Space Methode können Sie hier nachlesen.

Bildnachweis: Albrecht Schürhoff

(Visited 124 times, 1 visits today)
Themen: Alle Artikel, Branchennews, Branchennews Aktuell, Thema Berufspolitik, Thema Kammer, Thema Politik
Stichwörter: , , , ,

Ähnliche Artikel

Wir freuen uns zu Ihrer Rückmeldung zu diesem Artikel! Lesen Sie hier mehr zu unseren Kommentarregeln und wie wir Kommentare redaktionell bearbeiten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.