Ausgabe up 8-2018 | Rubrik Politik

„Ich bin stolz, Therapeut zu sein“

vom: 03.08.2018

Interview mit Daniela Hoffmann-Kruse zur 2. Open-Space-Zukunftskonferenz

Daniela Hoffmann-Kruse ist seit fast drei Jahrzehnten Physiotherapeutin aus Leidenschaft. Durch ihre berufspraktische Ausbildung sowie zwei Masterstudienabschlüsse hat sie den Beruf aus vielfältigen Perspektiven kennengelernt – in der täglichen Arbeit mit Patienten, als Ausbildungsleitung in einer Physiotherapieschule sowie als Betreuerin von Studierenden und ihren Projekten an verschiedenen Hochschulen. Als Bundeskoordinatorin und Vorsitzende des Vereins „Therapeutenkammer in NRW“ engagiert sie sich aktiv für eine attraktivere Zukunft der Therapieberufe – so auch bei der 2. Open-Space-Konferenz in Essen.

Frau Hoffmann-Kruse, Sie engagieren sich für das Thema Therapeutenkammer. Warum?

HOFFMANN-KRUSE: In den letzten Jahren regte sich bei mir immer mehr Besorgnis bei den aktuellen Entwicklungen in den Therapieberufen, die Unzufriedenheit der Kollegen und Kolleginnen, die wirtschaftliche Abwärtsentwicklung bei Mitarbeitern und Praxisinhabern, die fehlende Anerkennung und Stellung der Therapeuten im deutschen Gesundheitswesen, die fehlenden Möglichkeiten zur Mitgestaltung der berufsständischen Rahmenbedingungen, um nur einige wenige Aspekte anzusprechen. Das nimmt Therapeuten jene Leidenschaft, mit der sie ihren Beruf ausüben. Es muss also eine Veränderung her. Ich habe verschiedene Aktivitäten kennengelernt und mich für die wohl weitreichendste, die Bundestherapeutenkammer, entschieden.

Warum sind Kammern für Heilmittelerbringer wichtig? Es gibt doch schon die Verbände als Interessenvertreter.

HOFFMANN-KRUSE: Richtig, doch die Verbände allein können die berufsständischen Probleme nicht lösen. Sie vertreten nur einige wenige Therapeuten, zumeist auch nur einzelner Fachrichtungen. Somit fehlt die übergeordnete Struktur. Kammern hingegen sind die vereinte Stimme und Ansprechadresse der Therapeuten für alle Fragen zu Therapie und berufsständischen Belangen. Als Körperschaft öffentlichen Rechts sind sie zudem auf Gesetzesbasis rechtlich legitimiert und nehmen staatsentlastend hoheitliche Aufgaben für alle Therapeuten wahr. All dies können und dürfen Verbände nicht. Daher sind Kammern ein wichtiger Schritt zur berufsständischen Selbstverwaltung.

Was versprechen/erwarten/erhoffen Sie sich von der Open-Space-Konferenz in Essen? Wer sollte teilnehmen und warum?

HOFFMANN-KRUSE: Teilnehmen sollten möglichst alle Heilmittelerbringer aus allen Therapiefachbereichen, damit wir einen breit gefächerten Themenkanon bearbeiten und diskutieren können. „Ich bin stolz, Therapeut zu sein“ sollte Motivation und Leitmotiv zum Mitmachen sein. Vielfältige Themen, die auch von jedem selbst eingebracht werden können, werden in ungezwungener, lockerer Atmosphäre diskutiert und bearbeitet. Am Ende werden alle Ergebnisse vorgestellt. Wir erwarten davon starke Impulse für die weitere berufsständische Arbeit und Entwicklung in NRW.

Bildnachweis: Daniela Hoffmann-Kruse

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