Ausgabe up 8-2018 | Rubrik Politik

Nordrhein-Westfalen braucht seine Therapeuten: 2. Open-Space-Zukunftskonferenz am 8. September in Essen

vom: 01.08.2018

Therapie-Praxen müssen 30 Stunden pro Woche für GKV-Patienten geöffnet sein, um eine Zulassung zu erhalten. Bei Ärzten sind es nur 20 Stunden. Woran liegt das? Vielleicht sind die einen erfolgreicher darin, ihre Interessen durchzusetzen als die anderen? Dann ist es höchste Zeit, etwas daran zu ändern. Der erste Schritt: die 2. Open-Space-Zukunftskonferenz am 8. September in Essen.

Physiotherapeuten und Logopäden, Ergotherapeuten und Podologen – der Einsatz der Heilmittelerbringer ist jetzt gefragt. Denn in den nächsten Jahren wird sich entscheiden, wo ihre Reise im Gesundheitswesen hingeht. Bleiben Therapeuten abhängig von Ärzten und ihren Verordnungen oder wird es gelingen, Heilmittelerbringer als eigenständige Leistungserbringer mit direktem Zugang zu den Patienten zu etablieren – wie es ihrer Qualifikation entspricht?

Viele verschiedene Aktionen zeigen, dass die Therapeuten wollen, dass sich endlich etwas ändert. Dafür gehen sie auf die Straße, schreiben Briefe an Politiker, sind online aktiv, und, und, und. Sie brennen für ihren Beruf, sind aber nicht länger bereit, unter diesen Bedingungen zu arbeiten. Nicht nur die eigene wirtschaftliche Zukunft steht auf dem Spiel. Therapeuten sorgen sich auch um die Gesundheit der Patienten. Denn die werden in erster Linie darunter leiden, wenn es sich niemand mehr leisten kann, Therapeut zu werden – dank Schulgeld, teurer Fortbildungen und schlechter Vergütung.

Die Tür ist offen

Gerade in Nordrhein-Westfalen ist der Zeitpunkt für Veränderungen so günstig wie nie: Mit Karl-Josef Laumann hat NRW einen Gesundheitsminister, der seit Jahren als Fürsprecher der Gesundheitsfachberufe gilt. Er steht auch in diesem Jahr als Vorsitzer an der Spitze der Gesundheitsministerkonferenz.

Dass er dem Thema Selbstverwaltung positiv gegenübersteht, hat er bereits mehrfach geäußert. Allerdings sieht er hier die Therapeuten selbst in der Pflicht. Auf die Frage, was Therapeuten in NRW denn konkret tun müssten, um die Selbstverwaltung voranzutreiben, antwortete er im Interview mit up: „Sich zusammenschließen, sich organisieren und die politischen Akteure überzeugen, dass es ihnen mit diesem Vorhaben wirklich ernst ist.“ Um dem Raum zu geben, gibt es die Open-Space-Zukunftskonferenz.

Endlich das Ruder in die Hand nehmen

Verschiedene Fachrichtungen, unterschiedliche Verbände – aber ein Interesse: Die Bedingungen für Heilmittelerbringer in Nordrhein-Westfalen müssen sich verbessern. Darum möchten wir fach- und verbandsübergreifend darüber sprechen, wie wir unsere gemeinsamen Ziele verfolgen und umsetzen können. Schließlich sollten die Therapeuten beispielsweise selbst bestimmen, welche Anforderung an die Qualität eine Praxis erfüllen muss, um eine Zulassung zu erhalten. Und wer wäre besser qualifiziert, Fortbildungscurricula festzulegen, als die Heilmittelerbringer selbst? Doch noch liegt das in den Händen der Krankenkassen, die Fortbildungsstandards in den Rahmenverträgen festlegen. Gleichzeitig entscheiden Gesundheitsamtsbürokraten über die berufsfachliche Anerkennung von Therapeuten. Sollte nicht auch das in den Händen der Therapeuten selbst liegen?

Wir laden Sie ein

Heilmittelerbringer und Interessierte sind herzlich willkommen, am 8. September 2018 an der 2. Open-Space-Zukunftskonferenz in Essen teilzunehmen. Egal ob Podologen oder Physiotherapeuten, Logopäden oder Ergotherapeuten, ob im Verband organisiert oder nicht, Praxisinhaber, angestellt oder frei tätig – bringen Sie Ihre Energie, Ihre Ideen, Ihre Kraft und Ihren Willen mit. Gemeinsam schmieden wir daraus Pläne für die Zukunft.

Darüber möchten wir sprechen

  • Wo stehen wir?
  • Was ist zu tun, damit auch in Zukunft Patienten in NRW angemessen mit Heilmitteln versorgt werden können?
  • Wie lassen sich die Interessen der Therapeuten effektiv durchsetzen?
  • Was müssen alle Therapeuten tun, damit in NRW der Gesetzgeber den Therapeuten die Möglichkeit gibt, sich selbstbestimmt zu organisieren?

Das erwartet Sie auf der Open-Space-Zukunftskonferenz

12:00 Begrüßungskaffee und Posterausstellung der Vorbereitungsgruppe
12:30 Begrüßung
12:40 Einführung in die Konferenz – Vorstellung der Methode
12:50 Kurzes Impulsreferat zum Thema
13:00 Open Space – Hier legen Sie Ihre Themen fest
13:30 Workshops Runde 1
15:00 Kaffeepause
15:30 Workshops Runde 2
17:00 Abschlussplenum – Präsentation der Highlights aus den Arbeitsgruppen
17:30 Verabschiedung des Abschlussstatements
18:00 Ausklang der Konferenz

Weitere Informationen und Anmeldung

Antworten auf häufig gestellte Fragen sowie das Anmeldeformular zur kostenfreien Teilnahme finden Sie auf www.zukunft-therapie.de

Therapeuten setzen klare Signale für ihre berufsständische Selbstbestimmung

„Liebe Therapeuten,

gestalten Sie diesen Tag mit. Nutzen Sie die Präsenz der Politik und Vertreter aus anderen den Therapeuten verbundenen Bereichen zu intensiven und richtungsprägenden Gesprächen und Diskussionen. Formulieren Sie Forderungen für eine attraktive, selbstbestimmte Zukunft der Therapieberufe mit. Mein Ziel der Open-Space-Konferenz: Therapeuten setzen klare Signale für ihre berufsständische Selbstbestimmung.“

Daniela Hoffmann-Kruse, Bundeskoordinatorin und Vorsitzende des Vereins „Therapeutenkammer in NRW“

Bildnachweis: iStock: ugde

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  • Sehr geehrter Herr Bucher,
    die Präsenzpflicht eines Arztes von 20 Stunden Sprechstunde GKV in (!) der Praxis und der erweiterten Bereitschaft ist nicht vergleichbar mit den Öffnungszeiten einer Physiotherapie Praxis für GKV Versicherte von 30 Stunden inklusive Hausbesuche. Oder besser gesagt, mit den geplanten 25 Stunden kommt es mindestens auf das selbe heraus.

    Streichen Sie doch den Vergleich aus Ihrem Portfolio.

    Mit freundlichen Grüßen
    Thomas Plattner

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