Ausgabe up 12-2018 | Rubrik Politik

Einigung bei elektronischer Patientenakte – Therapeuten mal wieder ausgeschlossen

vom: 26.10.2018

Kassenärztliche und Kassenzahnärztliche Vereinigung, GKV-Spitzenverband und gematik haben sich nach einem Gespräch mit Gesundheitsminister Jens Spahn auf einen Zeitplan für die elektronische Patientenakte (ePA) geeinigt und die Zuständigkeiten verteilt. Damit rückt die ePA einen Schritt näher.

Sofern Patienten es wünschen, sollen in der elektronischen Patientenakte alle notwendigen Gesundheitsdaten, wie Laborergebnisse und Medikationspläne, gespeichert werden. So haben die beteiligten Akteure, etwa Ärzte, Zahnärzte und Krankenhäuser, direkt alle wichtigen Informationen zu den Patienten zur Hand. Bis Ende des Jahres soll nun die gematik die technischen Standards und Schnittstellen für die ePA festlegen. Weitere Fristen gibt das geplante Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vor. Für alle gesetzlich versicherten Patienten soll bis Ende 2021 die ePA, auch als mobile Version, verfügbar sein.

Weitere Zuständigkeiten

Laut der getroffenen Vereinbarung sind die Krankenkassen für die Struktur der ePA zuständig. Diese soll aus drei Bereich bestehen, für die Ablage von medizinischen Informationen, für Informationen der Krankenkassen sowie eigene Daten, wie Blutzuckerwerte und Daten von Wearables, die Patienten dort selbst ablegen können.

KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel zur Rolle der Ärzte: „Uns ist ganz wichtig, dass wir als KBV die Vorgaben zu den medizinischen Inhalten machen.“ Ziel ist es, dass zum Beispiel Werte standardisiert eingetragen werden, um den Austausch nutzerfreundlich und praktikabel zu halten. Damit das alles gelingt, muss es jedoch noch gesetzliche Änderungen geben. „Wir erwarten von der Politik, dass sie diese auch schnellstmöglich umsetzt und wir die entsprechenden Kompetenzen erhalten“, so Kriedel.

ePA für Therapeuten?

Das zeigt: Heilmittelerbringer spielen bei der elektronischen Patientenakte keine Rolle. Weder können sie Einfluss auf die Gestaltung der ePA nehmen, noch haben sie darauf Zugriff oder können selbst Daten eintragen. Dazu wäre die Einbindung von Therapeuten in die Telematikinfrastruktur nötig. Immerhin hat Bundesgesundheitsminister Spahn eine Anbindung der Therapeuten für die Zukunft nicht ausgeschlossen. Konkrete Pläne gibt es dazu jedoch noch nicht.

 

Bildnachweis: iStock: mattjeacock

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