Ausgabe up 3-2019 | Rubrik Branchennews

BARMER: Ausgaben für Physiotherapie hängen vom Bundesland ab

vom: 05.02.2019

Die BARMER hat zwischen 2015 und 2017 deutlich mehr Geld für Heil- und Hilfsmittel ausgegeben als in den Jahren zuvor. Das geht aus dem aktuellen Heil- und Hilfsmittelreport 2018 hervor. So stiegen die Aufwendungen für Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie im Verlauf dieser Zeit um sechs Prozent auf 855 Millionen Euro. BARMER-Chef Professor Christoph Straub rechnet auch künftig mit weiteren Mehrausgaben. „Durch die geplanten Gesetzesänderungen werden die Ausgaben allein bei den Heilmitteln wiederum im dreistelligen Millionenbereich anwachsen.“

Insgesamt entfielen Dreiviertel aller Heilmittelausgaben auf die Physiotherapie – mit deutlichen Unterschieden zwischen den Bundesländern: Während sich die Therapiekosten je BARMER-Versicherten 2017 in Bremen auf 54,74 Euro beliefen, lagen sie in Berlin mit 89,45 Euro um 63 Prozent höher. Bundesweit gab die BARMER im Schnitt 68,33 Euro pro Versicherten für Heilmittel aus. Dies sei, so Straub, rein medizinisch nicht erklärbar. Weitere Analysen seien erforderlich, um die Ursachen der Kostendifferenzen näher zu beleuchten.

Bildnachweis: BARMER Heil- und Hilfsmittelreport 2018

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  • Noch größer sind die Unterschiede bei Ergotherapie: Sachsen +37%, Hessen -27,4%, Bayern -14,8%, BW -13% .
    Die mengenmäßigen Unterschiede sind noch größer, weil in Sachsen die Preise 2017 noch um ca. 10% unter den Preise von Bayern oder Hessen lagen. Auf Grund des „Ost-West-Angleichs“ werden diese Unterschiede auch wertmäßig noch größer werden. Dies bedeutet, dass es 2017 in Sachsen pro Versicherten um 80% mehr ergotherapeutische Behandlungen als in Bayern und mehr als doppelt zu viele Behandlungen als in Hessen gegeben hat. Wie will man das rechtfertigen? Will man einen Arzt in Hessen in Regress nehmen, wo doch sein Kollege woanders ungestraft doppelt soviel verordnen darf. Wie will man diese Unterschiede den Patienten erklären? Das widerspricht m.E. dem Gleichheitsgrundsatz unserer Verfassung.
    Jetzt wo auf Bundesebene verhandelt wird, dürften diese Unterschiede stärker bei den Verhandlungen eine Rolle spielen.
    In Sachsen muss es relativ zu den Versicherten heute doppelt so viele Therapeuten geben, als in Hessen, denn die Leistungen müssen ja erbracht werden können. Also handelt es sich um ein gravierendes Problem, das nicht so schnell beseitigt werden kann. Dass im Osten die Preise viel stärker erhöht werden als im Westen, dürfte das Problem noch einmal verschärfen, denn dadurch wird es im Vergleich zum Westen noch einmal attraktiver, dort den Beruf des Therapeuten zu ergreifen, als es heute schon ist, denn ansonsten gäbe es im Vergleich zu Bayern und Hessen nicht so viele Therapeuten in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen. Der Ost-West-Angleich, der in meinen Augen ökonomisch völliger Unsinn ist, denn da wo die Kosten höher sind, müssen auch die Preise höher sein, könnte sich für viele Praxen in hochversorgten Gebieten noch als Bumerang erweisen.

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