Ausgabe up 5-2019 | Rubrik Branchennews

Grüne fordern bessere Honorierung für Hausbesuche

vom: 04.04.2019

Die Grünen haben eine bessere Honorierung von Hausbesuchen bei Heilmittelerbringern gefordert. Die Vergütung sei nicht kostendeckend, heißt es in einem offenen Brief der gesundheitspolitischen Sprecherin der Fraktion, Maria Klein-Schmeink, an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Dies führe dazu, „dass Hausbesuche häufig gar nicht mehr stattfinden“. Das sei fatal, da sie gerade für immobile Patienten und Heimbewohner immens wichtig seien.

Zwar soll das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) die Vergütung für Heilmittelerbringer für jede Leistung bundesweit und über alle Kassenarten hinweg auf den jeweils höchsten Preis anheben. Allerdings sei die Honorierung von Hausbesuchen noch unklar, da es unterschiedliche Abrechnungsvarianten gebe. Die Neuregelung müsse daher dafür sorgen, dass „Hausbesuche wieder wirtschaftlich werden und die Versorgung nicht mehr von Parametern abhängt, die sachlich nicht begründbar sind“.

Zuvor hatten auch schon die Kassenärzte eine Erhöhung der Vergütung für Hausbesuche gefordert. Laut Vorsitzendem der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, erhalten Ärzte rund 25 Euro pro Hausbesuch – deutlich mehr als die Heilmittelerbringer, so Klein-Schmeink.

Bildnachweis: 123rf.com

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  • Hausbesuche… – das ist ein echtes Trauerspiel. Bedenkt man doch, dass ein HB diejenigen erhalten, die definitiv nicht in der Lage sind, eine therapeutische Einrichtung aufzusuchen. Unsere Praxis hat derzeit ein HB Volumen von rund 40-50 Std./Woche. Diese Zeit fällt definitiv in der Praxis vor Ort weg – dazu kommen noch die Fahrzeiten für Hin- u. Her oder Gänge zu Fuß in der Nachbarschaft. Täglich können wir unsere Patienten in der Praxis nicht adäquat versorgen, müssen Termine verschieben oder mit den Ärzten einen späteren Behandlungsstart absprechen. Dies alles unter der Not, zwei Vollzeitstellen nicht besetzen zu können (Fachkräftemangel – der eine oder andere hat sicherlich schon davon gehört). Jedes Mal muss man sich entscheiden: Hopp oder Topp !!! Bei den Rückmeldungen der Patienten vor Ort wird schnell klar, warum die Anfragen bei uns immer mehr werden. Die Kollegen in der näheren Umgebung sind schlauer – die reduzieren die HBs oder machen gar keine mehr! Wohl dem, der so frisch und klug entscheidet – diese Entscheidungen werden jedoch auf dem Rücken von Bedürftigen und auch von Kollegen ausgetragen! Das ist nicht so schön, wenn auch clever. Oft kommt auch noch der Nebensatz, dass der Kollege dem Patienten die Info gegeben hat, er solle doch mal bei uns anrufen, wir würden noch HBs machen… :-( Derzeit machen wir das vor Ort so, dass es für neue Patienten im Rahmen der EVO einen HB geben kann – auf Dauer nehmen wir keine Neuen mehr an. Sollte eine Versorgung unserer Praxispatienten notwendig sein, so versorgen wir natürlich auch in EVO und FVO – danach müssen Angehörige mit dem Bringedienst ran. Und in Ausnahmen führen wir dauerhaft einen HB durch. Dies ist abhängig davon, wie viele Jahre der Patient schon zu uns kommt. Aber über allem steht der Faktor Dringlichkeit oder Terminlücken (die es definitiv nicht gibt)

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