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Deutliche Unterschiede bei Hausbesuchsvergütung – Falsche Umsetzung des TSVG kostet mehr als 100 Millionen Euro

15 Kommentare

  • Thomas Plattner
    Thomas Plattner

    Mir fallen zwei Gründe ein, warum es unterschiedliche Preise bei den Hausbesuchen geben könnte.

    1. Die Praxisdichte – also theoretische Entfernung von der Praxis zum Hausbesuch.

    und

    2. Die Verweildauer beim Patienten – also wie viele Synergieeffekte theoretisch pro einer bestimmten Zeiteinheit möglich sind. Z.B. macht der Ergotherapeut 3 HB am Nachmittag hintereinander weg und der Physiotherapeut 10 HB.

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  • jürgen zivanovic, ergotherapie ottobrunn
    jürgen zivanovic, ergotherapie ottobrunn

    als ergotherapeut kann ich nicht verstehen, warum die anderen heilmittelerbringer mit deutlich weniger fahrtkosten auskommen müssen. der sprit ist der gleiche und auch die kilometer .
    um zwistikgeiten zu vermeiden müssen die preise unbedingt angeglichen werden, notfalls unsere gesenkt werden.
    das bedeutet für mich solidarität.

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    • Iris Roth
      Iris Roth

      Die Preise für Ergotherapeuten sollten m. E. nicht gesenkt werden! Das ist unsinnig! Der Aufwand – auch zeitlich – für Hausbesuche ist deutlich größer als wenn ich nur in der Praxis arbeite.
      Ich plädiere für Preiserhöhung bei den weiteren Berufsgruppen!

  • Thekla-Andrea Grimm
    Thekla-Andrea Grimm

    Zum Thema Hausbesuche. Natürlich sollen alle Therapeuten für einen Hausbesuch die gleiche Vergütung bekommen, denn wir machen in dem Moment alle das Gleiche. Zum Patienten fahren. Weiß nicht, womit die Unterschiede erklärt werden.

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  • Thomas Plattner
    Thomas Plattner

    Achtung. Im §125B Abs. 1 SGB V ist nochmal die Rede vom jeweiligen Heilmittelbereich, wie schon im §125. Dies lässt ganz klar auch den Bezug zum Absatz 2 ( Bundeshöchstpreise ) getrennt für die einzelnen Heilmittelbereiche ableiten, ohne dass das erneut erwähnt werden muss.

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    • Buchner

      Aus der Gesetzesbegründung zum TSVG: Absatz eins regelt, “dass die bisherigen Verträge auf Landesebene … weitergelten.” Und dass “unter der Maßgabe …, dass ab dem 1. Juli 2019 die Preise nach Absatz zwei gelten.”
      In Absatz zwei wird geregelt, dass “die Preise für die einzelnen Leistungspositionen einmal und bundeseinheitlich für alle Krankenkassen und Vertragsregionen auf den höchsten, in einer Vertragsregion des gesamten Bundesgebietes vereinbarten Preis angehoben” werden.
      Ein Blick in das “Bundeseinheitliche Heilmittelpositionsnummernverzeichnis” macht sehr schnell deutlich, dass auch der GKV-Spitzenverband bei den Hausbesuchspositionen von für alle Fachgruppen identischen Positionen ausgeht (siehe Seite 25 des Dokuments).
      Aus Sicht der Therapeuten muss man diesen Punkt ganz klar kritisieren, er geht hier um viel Geld, die Ausgaben für Hausbesuchen haben in 2018 rund 560 Million Euro betragen, es wäre grob fahrlässig, hier nicht aktiv zu werden, gerade die Podologen verlieren an dieser Stelle Millionen.

    • Thomas Plattner
      Thomas Plattner

      Danke Herr Buchner für Ihre Antwort. Sicherlich sind die ( verschiedenen ) Preise noch lange nicht zufriedenstellend. Leider lässt das TSVG aktuell keine andere Auslegung als das Veröffentlichte zu.

      Mindestens genauso wichtig, wie wirtschaftliche Hausbesuchspauschalen wird auch die Verfügbarkeit von therapeutischer Leistung vor sein. Dazu brauchen wir eine Dezentralisierung von therapeutischem Angebot durch die Möglichkeit von kleinen überschaubaren Selbstständigkeiten, welche mit dem Bundesrahmenvertrag auch geschaffen werden kann.

    • Buchner

      Hallo Herr Plattner, stimme mit Ihnen überein, bis auf den Kommentar zur Auslegung des TSVG: Nach Rücksprache mit mehreren Anwälten wird klar, dass es in der Tat mehrere Möglichkeiten gibt, diesen Passus auszulegen. Aber wenn es mehrere Mögichkeiten gibt, dass sollten wir uns IMMER auf die für Therapeuten bessere Auslegung konzentrieren und dafür argumentieren!

    • Thomas Plattner
      Thomas Plattner

      Ja, Herr Buchner. Über kurz oder lang sollte es bei diesen Positionen und bei den Zulassungsbedingungen keine Unterschiede mehr zwischen den einzelnen Heilmittelbereichen geben. Da ist es zu begrüßen, dass sich die einzelnen Verbände zusammen gefunden haben. Das nächste Jahr wird richtungsweisend.

  • Tanja
    Tanja

    Also bei den Logopäden ist die HB Positionsnummer x9933 und wird mit 17,46 vergütet!

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    • Buchner

      Es gibt verschiedenen Positionen für den Hausbesuch, in manchen Regionen HB + Wegegeld gem. Entfernung zwischen Praxis und Patientenwohnung und in anderer Regionen HB-Pauschale inkl. Wegegeld. Die Positionsnummer X9933 ist die HB-Pauschale inkl. Wegegeld und wird bei den Physiotherapeuten jetzt mit 16,22 Euro vergütet, bei den Ergotherapeuten mit 17,79 Euro und bei den Podologen mit 14,83 Euro. Die Ergotherapeuten bekommen also ein rund 20 Prozent höheres Honorar, als die Podologen – bei identischer Positionsnummer.

    • Iris Roth
      Iris Roth

      Dann hätte ich das auch gerne?

  • Christine Kersten-Imfeld
    Christine Kersten-Imfeld

    Die Bemessung der Fahrtkosten ist ohnehin beschämend.
    Der höhere Einstufung für Hausbesuche der Ergotherapie ist für mich nicht nachvollziebar. Leisten die etwa hochwertigere Arbeit als Logopäden?
    Ich muss mal recherchieren, ob Logopädie in irgend einem Europäischen Land noch schlechter bezahlt wird.
    Es ist zu überlegen, ob Hausbesuche überhaupt rentabel sind.

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    • Ina Greulich
      Ina Greulich

      Dem ersten Satz stimme ich voll zu. Ebenso dem zweiten Satz.
      Selbst, wenn alle das Entgelt bekommen, wie wir Ergotherapeuten, stimmt der erste Satz immer noch, denn die Kosten sind auch damit nicht gedeckt – von der Ungerechtigkeit HB zu Hause und HB im Heim gerade mal abgesehen.
      Ich finde es erstaunlich, wie es bereits jetzt schon wieder klappt, dass sich die Therapeutengruppen gegeneinander ausspielen lassen: Das ungerechte Entgelt für Hausbesuche hat ja schon mal nichts mit der Qualität der Arbeit zu tun. In diesem Punkt muss jeder vor seiner eigenen Haustür kehren.
      Anstelle wir alle gemeinsam sagen: “Gut, das ist ein Anfang, aber wir geben uns noch nicht zufrieden”, lese ich: “Leisten DIE etwa….” Lasst uns gemeinsam weiter für wirklich kostendeckende Entgelte und gerechtere Regeln für Therapeuten und Patienten eintreten.

    • Iris Roth
      Iris Roth

      Danke!

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