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Kurzarbeit, Krankengeld und Co.

Beschluss zu weiteren finanziellen Corona-Hilfsmaßnahmen
Angesichts der anhaltenden Corona-Krise debattierte der Koalitionsausschuss in der Nacht zu Mittwoch (26. August 2020) über eine Reihe finanzieller Maßnahmen, die insbesondere Arbeitnehmern und Unternehmen zu Gute kommen sollen. Im Mittelpunkt des neu geschnürten Corona-Pakets steht das Thema Kurzarbeit, welches bis Ende 2021 verlängert werden soll. Welche weiteren geplanten Maßnahmen für Sie von Interesse sein können, haben wir für Sie zusammengefasst.
© iStock: baona

1. Kurzarbeit

Die Bezugsdauer von Kurzarbeit soll von zwölf auf bis zu 24 Monate ausgeweitet werden. Unternehmen, die bis zum 31. Dezember 2020 Kurzarbeit eingeführt haben, können dieses bis zum 31. Dezember 2021 verlängern. Die Erhöhung von 70 bzw. 77 Prozent ab dem vierten Monat und von 80 bzw. 87 Prozent ab dem siebten Monat soll bestehen bleiben, wenn das Kurzarbeitergeld bis zum 31. März 2021 beantragt wurde.

Zudem ist geplant, die Sozialversicherungsbeiträge bis zum 30. Juni 2021 vollständig zu erstatten. Haben Unternehmen bis zum 30. Juni 2021 Kurzarbeit eingeführt, sollen sie die Beiträge ab dem 1. Juli 2021 bis zum 31. Dezember 2021 zur Hälfte erstattet bekommen. Durch eine Qualifizierung, also eine Weiterbildungsmaßnahme während der Kurzarbeit, kann die Rückzahlung zu 100 Prozent erfolgen.

2. Überbrückungshilfen

Der Koalitionsausschuss hat sich darauf geeinigt, die Möglichkeit zur Beantragung der Überbrückungsmaßnahmen von Ende August 2020 bis zum 31. Dezember 2020 zu verlängern.

3. Insolvenzrecht

Im März 2020 wurde beschlossen, dass Unternehmen, die durch die Corona-Pandemie in Liquiditätsengpässe geraten waren, die Insolvenzantragspflicht bis Ende September 2020 aussetzen können. Diese Lockerung wurde nun bis zum 31. Dezember 2020 verlängert.

4. Grundsicherung

Durch großzügigere Regelungen beim Schonvermögen soll Künstlern, Kleinselbstständigen und Kleinunternehmen der Zugang zur Grundsicherung erleichtert werden. Beim Schonvermögen handelt es sich um Vermögenswerte, die nicht zur Sicherung des Lebensunterhalts eingesetzt werden müssen.

Zudem sollen die bereits eingeführten Regelungen zum erleichterten Zugang zur Grundsicherung insgesamt bis Ende 2021 verlängert werden.

5. Krankentage

Das Kinderkrankengeld soll für gesetzlich Versicherte in diesem Jahr zur Betreuung erkrankter Kinder unter zwölf Jahre erhöht werden: Um weitere fünf Tage pro Person für Elternpaare und zusätzliche zehn Tage für Alleinerziehende. Damit stehen Elternpaaren mindestens 15 freie Arbeitstage je Elternteil zu, Alleinerziehenden bis zu 30 Tage.

6. Corona-bedingte Pflege

Auch wer Corona-bedingt Angehörige pflegt oder die Pflege neu organisieren muss, wird in diesem Jahr entlastet. Betroffene können bis zu 20 Arbeitstage frei machen. Erfolgt die Pflege zu Hause, kann auch das Pflegeunterstützungsgeld bis zu 20 Arbeitstage in Anspruch genommen werden.

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