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Das neue Muster 13 besser nutzen

Drei Wege zur passenden Verordnung
Früher war es dem verordnenden Arzt nur möglich, ein Heilmittel zu verordnen. Mit dem neuen Muster 13 hat sich dies geändert. Das Problem: Ärzte halten an ihren alten Gewohnheiten fest und wissen zum Teil überhaupt nicht, welche Möglichkeiten sie in Bezug auf die Kombination vorrangiger Heilmittel haben. Sie können Patienten und Ärzte jedoch darauf aufmerksam machen, dass es jetzt durchaus möglich ist, mit drei Heilmitteln pro Verordnung mal etwas Neues auszuprobieren.
Das neue Muster 13 besser nutzen

Schauen Sie sich einmal die Verordnungen (VO) an, die Ihre Patienten mit in die Praxis bringen. In der Regel hat der Arzt ein Heilmittel verordnet, richtig? Nehmen wir nun einmal an, er hat bei Physiotherapie sechsmal Massage notiert. Sie stellen aber bereits bei der Befunderhebung fest, dass andere Heilmittel sinnvoller wären, um die Schmerzen des Patienten schnellstmöglich zu lindern. Und wie behandeln Sie den Patienten nun?

Massieren Sie oder wenden Sie das Heilmittel an, was dem Patienten wirklich hilft? Das kann an dem einen Tag KG sein, am nächsten MT und zwischendurch vielleicht auch mal KG-Gerät – denn so sieht eine optimale, an die Situation des Patienten angepasste Therapie ja nun mal aus. Aber: Teilen Sie dies auch dem Arzt mit? Weiß Ihr Patient, dass Sie bei ihm gerade höherwertige Heilmittel anwenden? Erhalten Sie die entsprechende Honorierung für diese Leistung? In den meisten Fällen ist dies leider nicht der Fall.

Seit 2021 gibt es keinen Grund mehr, so zu handeln. Verordnet ein Arzt immer das günstigste Heilmittel, ist das meist kein bösartiges Verhalten, sondern schlichtweg Gewohnheit. Bisher wurden seine Patienten durch Sie ja immer bestens versorgt. Außerdem gab die Möglichkeit der Variation der Heilmittel auf einer Verordnung vor 2021 nicht. Mithilfe des neuen Muster 13 können Sie ihn jedoch dazu bringen, für den Patienten geeignetere und für Sie lohnendere Heilmittel zu verordnen.

Drei Wege zur passenden Verordnung:

1.    Patienten involvieren

Holen Sie Ihre Patienten mit ins Boot. Erarbeiten Sie gemeinsam mit den Patienten die Therapieziele und entwickeln Sie einen Therapieplan. Schauen Sie zum einen, welche Ziele die Patienten im Alltag erreichen möchten und welche therapeutischen Ziele Sie anstreben. Besprechen Sie dann mit ihnen, mit welchen Heilmitteln diese Ziele am besten und schnellsten erreicht werden können und testen Sie sie gemeinsam mit den Patienten. Verspüren die Patienten dann einen Erfolg, können sie das Feedback an den Arzt weitergeben und ihn bitten, zukünftige VO entsprechend anzupassen.

2.    Arzt direkt kontaktieren

Eine andere Möglichkeit ist, den Arzt direkt persönlich oder telefonisch zu kontaktieren. Hier ist natürlich etwas kommunikatives Geschick gefragt. Berichten Sie von den Erfolgen, die Sie bei dem Patienten mit einer Kombination aus verschiedenen Heilmitteln hatten und fragen Sie ihn, ob er bereit wäre, bei einer Verordnung einmal eine Kombination auszuprobieren. Auch mithilfe von Therapieberichten können Sie die Ärzte darauf aufmerksam machen, welche Heilmittel zum Erfolg geführt haben. Denken Sie immer daran: Ärzte sprechen sich für eine Blankoverordnung aus. Sie wollen diagnostizieren, die Auswahl der passenden Heilmitteltherapie aber denjenigen überlassen, die sich damit auskennen: Das sind Sie.

3.    Arzt und Patient ins Boot holen

Am besten ist es natürlich, wenn Sie diese beiden Optionen miteinander kombiniert bekommen. Ihr Patient berichtet dem Arzt von den tollen Ergebnissen, die er bei Ihnen in der Therapie erreicht hat und erzählt, welche Heilmittel Sie dafür genau angewendet haben. Gleichzeitig sprechen Sie mit dem Arzt und bestätigen, dass Sie von der Verordnung abgewichen sind, weil sich herausgestellt hat, dass eine Kombination von Heilmitteln der Schlüssel zum Erfolg war. Gemeinsam können Sie dann schauen, wie die nächste VO aussehen kann.

Training für die Blankoverordnung

All das ist außerdem für Sie und Ihre Mitarbeiter ein gutes Training in Richtung Blankverordnung, die hoffentlich bald umgesetzt wird. Sie üben so, die richtige Kombination aus Heilmitteln zum Wohle der Patienten auszuwählen und gleichzeitig wirtschaftlich zu handeln. Indem Sie Therapieberichte an Ärzte schreiben, in denen Sie begründen, warum neben KG beispielsweise auch KG-Gerät und MT zur Heilung des Patienten beitragen können, rechtfertigen Sie bereits, warum besser vergütete Heilmittel notwendig sind. Die gute Nachricht zum Schluss: Noch tragen die Ärzte die wirtschaftliche Verantwortung für dieses Training.

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