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Neue Corona-Testverordnung: kostenlose Bürgertests nicht mehr für alle

Stand: 30.06.2022. Heute tritt die neue Corona-Testverordnung in Kraft. Sie regelt, welche Personen einen Anspruch auf kostenlose Corona-Tests haben. Für die Gesundheitsberufe gelten besondere Regeln und Praxisinhaber können Tests in der Praxis weiterhin mit der KBV abrechnen.
Praxis zum Testzentrum machen
© iStock: Circle Creative Studio

Das Wichtigste für Heilmittelerbringer vorweg:

  • Personen, die sich in Arzt- oder Zahnarztpraxen und Praxen anderer medizinischer Heilberufe nach § 23 Absatz 3 Satz 1 Nummer 9 IfSG aufgehalten haben und in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einer infizierten Person hatten, haben Anspruch auf eine kostenlose PCR-Testung.
  • Ist Ihr Schnelltest zudem positiv, haben Sie Anspruch auf einen PCR-Test, um im Falle von Long Covid die Beschwerden als Arbeitsunfall oder Berufskrankheit anerkennen zu lassen. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.
  • Praxisinhaber haben weiterhin die Möglichkeit, Ihre Mitarbeiter zu testen. Ihnen stehen nach wie vor zehn Tests pro Mitarbeiter im Monat zur Verfügung. Allerdings können Sie dafür nicht mehr 3,50 Euro abrechnen, sondern nur noch 2,50 Euro.

Außerdem gelten nun folgende Regeln für Bürgertests:

Es wird zwischen asymptomatischen und symptomatischen Personen unterschieden. Menschen, die Symptome wie Schnupfen, Husten, Halsweh usw. haben, erhalten im Rahmen der Krankenvergütung kostenlose Tests beim Arzt. Doch auch asymptomatische Personen dürfen sich in Testzentren unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin kostenlos testen lassen.

  • Kinder unter 5 Jahren, also bis zu ihrem fünften Geburtstag
  • Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, unter anderem Schwangere im ersten Trimester
  • Personen, die zum Zeitpunkt der Testung an klinischen Studien zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen das Coronavirus teilnehmen
  • Personen, bei denen ein Test zur Beendigung der Isolation erforderlich ist („Freitesten“)
  • Besucher und Behandelte oder Bewohner in unter anderem folgenden Einrichtungen:
    • Krankenhäuser
    • Rehabilitationseinrichtungen
    • stationäre Pflegeeinrichtungen
    • Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen
    • Einrichtungen für ambulante Operationen
    • Dialysezentren
    • ambulante Pflege
    • ambulante Dienste oder stationäre Einrichtung der Eingliederungshilfe
    • Tageskliniken
    • Entbindungseinrichtungen
    • ambulante Hospizdienste und Palliativversorgung
  • Leistungsberechtigte, die im Rahmen eines Persönlichen Budgets nach dem § 29 SGB IX Personen beschäftigen, sowie Personen, die bei Leistungsberechtigten im Rahmen eines Persönlichen Budgets beschäftigt sind
  • Pflegende Angehörige
  • Haushaltsangehörige von nachweislich Infizierten

Quelle: Bundesgesundheitsministerium

Wichtig: Um einen kostenlosen Bürgertest zu erhalten, müssen Sie den Anspruch darauf nachweisen. Hier erfahren Sie, welche Nachweise Sie vorlegen müssen.

Eine Eigenbeteiligung von drei Euro pro Test müssen Sie leisten, wenn:

  • Sie am Tag der Testung eine Veranstaltung in Innenräumen besuchen wollen.
  • Sie am Tag der Testung Kontakt zu einer Person haben werden, die ein hohes Risiko hat, schwer an Covid-19 zu erkranken. Das sind zum Beispiel Menschen ab 60 Jahren, Menschen mit Behinderung und Menschen mit Vorerkrankungen.
  • Ihre Corona-Warn-App einen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko anzeigt, also eine „rote Warnung“.

Die aktuelle Testverordnung finden Sie hier. Diese läuft zunächst bis zum 25. November 2022.

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Sabine Winnemöller
30.06.2022 21:57

Ich verstehe die Verordnung so, dass wir uns jetzt jeden… Weiterlesen »

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